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Welpe geboren: Puppy Linux 4.1 sucht neues Zuhause

07.10.2008

Die extrem kleine Linux-Distribution Puppy Linux liegt in der überarbeiteten Version 4.1 vor. Neuerungen gab es sowohl bei der Softwareausstattung, als auch unter der Haube. So dürfen sich Anwender über die eigens von den Puppy Machern entwickelte PSIP Software freuen, die Internettelefonie, Chat und Messengerfunktionen unter einer einheitlichen Oberfläche vereint. Eine weitere Eigenentwicklung ist neben dem Pmusic Audio Player, das Chat-Programm Ayttm, für das allerdings das beliebte Pidgin die Distribution verließ. Zurückgekehrt ist dafür Xfprot, eine grafische Oberfläche für den Virenscanner F-Prot. Mit dem Gespann aus PPLOG und dem Hiawatha Webserver darf man schließlich noch sein ganz persönliches Blog führen. Viele der übrigen Pakete wurden auf ihre aktuellen Versionen gehievt, darunter auch der Browser SeaMonkey, dessen Mail & News-Komponenten den bisher für diese Aufgaben genutzten Sylpheed ersetzen.

Die Änderungen am Unterbau sorgen dafür, dass Puppy Linux schneller bootet und die vorhandene Hardware besser erkennt. Letzteres gewährleistet zum einen der Umstieg auf den Udevd-Daemon, sowie die Einführung der neuen pup_event Architetktur. So bezeichnet Puppy Linux das System, das sich innerhalb der Distribution um die Erkennung von Hardware und das Hot Plugging kümmert. Angestöpselte Geräte erscheinen dabei automatisch mit einem kleinen Symbol auf dem Desktop. Vom Kernel schlecht unterstützte oder unbekannte Hardware sollen die zusätzlich eingeimpften "Third Party"-Treiber ansteuern.

Noch einmal aufgebohrt wurde die Modem-Erkennung. Notebook-Besitzer freuen sich besonders über eine verbesserte PCMCIA-Unterstützung und die Möglichkeit, erstmals auch GPRS Modems nutzen zu können. Der Network Wizard bekam zudem eine logischer aufgebaute Oberfläche verpasst, mit der die Konfiguration von drahtlosen und kabelgebundenen Netzwerken noch einfacher von der Hand gehen soll. Den schnelleren Systemstart erreicht Puppy Linux 4.1 durch schlankere Skripte, den parallelen Start von Diensten und dem Entfernen von überflüssigen "Sleep"-Anweisungen.

Die Puppy Linux Live CD gibt es in zwei Geschmacksrichtungen: Einmal mit dem aktuellen Kernel 2.6.25.16 und einmal in einer "Retro"-Fassung mit einer konservativeren Konfiguration und dem älteren Kernel 2.6.21.7. Diese zusätzliche Variante soll insbesondere ältere Hardware besser unterstützen - sie enthält beispielsweise wesentlich mehr Treiber für Modems, als ihr Pendant. Die ISO-Images für beide Distributionen liegen kostenlos unter http://puppylinux.com/download und bringen lediglich 95 MByte auf die Waage. Damit passen sie sogar auf kleine CDs im Visitenkartenformat.

Puppy Linux wurde ursprünglich vom Australier Barry Kauler für schwachbrüstige oder minimalistisch ausgestattete Computer konzipiert. Trotz dieser selbst auferlegten Limitierungen enthält die Distribution ein vollwertiges Linux-System, was sie als ständigen Begleiter in der Westentasche, für den Einsatz auf Netbooks oder als Rettungssystem prädestiniert. Mit der neuen Version tritt ihr Erfinder als Kopf des Projektes zurück. Wer den neuen Vorsitz übernimmt, ist zur Zeit noch unklar. Barry Kauler will sich in Zukunft unter dem Arbeitstitel "puplet" einer noch kleineren Puppy-Linux-Abspaltung für "Baby Laptops" widmen.

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Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter http://www.tim-schuermann.de.


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