Wayland-Fork unerwünscht

Wayland-Entwickler Scott Moreau fliegt aus dem Projekt

Wayland-Entwickler Scott Moreau fliegt aus dem Projekt

Kristian Kißling
26.03.2013
Scott Moreau möchte Wayland forken, um die von Compiz bekannten Desktop-Effekte dafür zu entwickeln. Die Wayland-Entwickler sehen jedoch keinen Bedarf, dafür einen Fork zu verwenden. Nach einigem Hin und Her verbannten sie Moreau gestern aus der Mailingliste und dem IRC-Channel.

Wenn er Wayland mit seinem 'Next'-Branches auf GitHub forken wolle, müsse er den Fork auch so nennen, warf Kristian Høgsberg dem Wayland-Entwickler Scott Moreau zunächst vor. Dieser hatte sich im Vorfeld beschwert, dass die Früchte seiner einjährigen Arbeit an Wayland von den Entwicklern keine Aufmerksamkeit erhalten würden und Høgsberg nicht vorhabe, Wayland/Weston in einen Desktop zu verwandeln.

Also kündigte Moreau auf der Mailingliste einen Fork von Wayland und Weston zu erstellen, denen er die Namen Northfield und Norwood verpassen will, ebenfalls zwei Städten aus Massachusetts. Seinen Fork wolle er zum Experimentieren verwenden, um die Compiz-Effekte (Desktop Cube, Wobbly Windows etc.) für Wayland nachzubauen.

Auf der Wayland-Mailingliste zeigte man sich von Moreaus Zielen weniger begeistert. Die Entwickler wiesen vor allem darauf hin, dass ein Fork von Wayland unnötig sei und Moreau wohl vielmehr an Weston arbeiten wolle. Tatsächlich sei Wayland von der Codebasis dafür ausgelegt, extern erweitert zu werden. Dafür genüge es, einen eigenen Tree für ein Shell-Plugin anzulegen und ein eigenes High-Level-Protokoll für die Effekte zu entwerfen. Der Code können also außerhalb von Waylands Codebase existieren. Doch Moreau erklärte, ein Fork sei für seine Ziele unumgänglich, es solle ja kein feindlicher Fork sein.

Irgendwann wurde es Kristian Høgsberg schließlich zu bunt und er warf Moreau kurzerhand aus dem Wayland-IRC-Channel und aus der Mailingliste. Glaubt man dem Wayland-Entwickler und X-Veteran Daniel Stone, war Moreau ohnehin nicht sonderlich beliebt, nachdem er andere Entwickler in der Vergangenheit mehrfach beschimpft hatte. In seinem eigenen Projekt würde er nun keine Wayland-Entwickler mehr verschrecken - eine Win-Win-Situation, so Stones Resümee.

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