WINE mit Code-Freeze auf dem Weg zur Version 1.0

WINE mit Code-Freeze auf dem Weg zur Version 1.0

Tim Schürmann
06.05.2008

In Vorbereitung auf die Veröffentlichung einer ersten, stabilen Version, hat das WINE-Projekt jetzt den aktuellen Entwicklungsstand eingefroren ("Code-Freeze"). Ab sofort konzentrieren sich die Programmierer auf Fehlerkorrekturen. Der erste Release Candidate von WINE ist für den 09. Mai 2008 eingeplant, ein zweiter für den 23. Mai 2008. Ein Erscheinungstermin für die erste, stabile Version 1.0 steht noch nicht endgültig fest, die Entwickler peilen nach wie vor den Juni an.

Derzeit meldet die Fehlerdatenbank noch 38 offene, bekannte Fehler, die im Zuge der Release Candidates behoben werden sollen. Die WINE-Entwickler haben jedoch bereits durchblicken lassen, dass sich wohl einige Probleme noch bis in die Nachfolge-Versionen verschleppen.

WINE ermöglicht die Ausführung von Windows-Programmen unter Linux. Im Gegensatz zu Emulatoren bildet es die Windows-API nach, setzt sich also als Laufzeitumgebung zwischen Anwendung und Betriebssystem. Dadurch laufen die Programme nicht nur schneller, die Fenster der Windows-Anwendungen sind auch denen der nativen Linux-Pendants gleichgestellt. Aufgrund der hohen Komplexität und der mangelnden Auskunftsfreude seitens Microsoft dauerte es fast 15 Jahre bis zur Ankündigung einer stabilen Version 1.0.

Als "Release Kriterium" legten sich die Entwickler den reibungslosen Betrieb vier wichtiger Anwendungen auf: Photoshop CS2 (in der "Tryout-Version"), sowie Microsoft Powerpoint Viewer, Word Viewer und Excel Viewer jeweils in den Versionen 97 und 2003. Erst wenn diese Anwendungen laufen, erfolgt eine Freigabe der stabilen Version. Davon ungeachtet listet die Anwendungdatenbank auf der WINE-Homepage bereits über 1000 funktionierende Programme auf, meist jedoch ältere Schätzchen. Aktuelle Schwergewichte, wie etwa Photoshop CS3, bleiben weiterhin außen vor.

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