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"Später dieses Jahr"

Vorschau auf Red Hat Enterprise Linux 6

30.06.2010
Auf dem Red Hat Summit vergangene Woche in Boston hat Tim Burke, Vice President für die technische Seite des Red-Hat-Linux, die Schwerpunkte von RHEL 6 vorgestellt.

Zum Zeitpunkt des Erscheinens heißt es nur "später dieses Jahr". Zunächst soll auf die im April veröffentlichte erste Beta eine zweite Beta folgen. RHEL 5 wird von Red Hat noch bis März 2011 vollständig mit Hardware- und Feature-Updates versorgt. Bis Anfang oder Mitte 2012 erfolgen kleinere Hardware-Anpassungen. Bis März 2014 gibt es dann nur noch Fehlerbehebungen.

Für die nächste Auflage von Red Hats Enterprise-Linux stehen Skalierbarkeit, Virtualisierung und Energieeffizienz auf dem Programm. Der Red-Hat-Server soll skalierbarer werden, in dem er zum Beispiel die neueste Server-Hardware unterstützt (x86, x86-64, PPC64 und s390x) und mit der NUMA-Architektur (Non-Uniform Memory Access) zurechtkommt, bei der in Multiprozessorsystemen jeder Prozessor eigenen Speicher hat.

Auf Desktop-Seite stehen dynamische Netzwerkkonfiguration, VDI (Virtual Desktop Infrastructure) und Spice-Integration auf dem Plan. In einem anderen Produkt werden die für RHEL 6 geplanten Virtualisierungsfeatures bereits weitgehend abgedeckt, nämlich in der Red Hat Enterprise Virtualization (RHEV). RHEL 6 soll 20 Prozent weniger Watt im Leerlauf verbrauchen im Vergleich zu RHEL 5.5, wofür der Hersteller auch an Software-Drehschrauben wie dynamischem Startup und Suspend drehen will.

Des weiteren sind neue Report-Tools und ein neues Bootloader-Interface geplant, das sich nach der UEFI-Spezifikation richtet. Der verwendete Kernel wird ein Patchworkteppich aus den Versionen 2.6.32, 2.6.33 und 2.6.34 sein (siehe "Wie Red Hat seine Kernel baut"). An weiteren Neuerungen sind noch Ext4 und NFSv4 als Standard-Dateisysteme zu nennen sowie Unterstützung für IPv6 Mobility. Optional soll für RHEL 6 Echtzeit-Funktionalität erhältlich sein, die nicht Teil des standardmäßigen Red-Hat-Kernels sind.

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