Vor 17 Jahren veröffentlichte Linus Torvalds Linux

Vor 17 Jahren veröffentlichte Linus Torvalds Linux

Kristian Kißling
06.10.2008

Am 5. Oktober 1991, also gestern vor 17 Jahren, schickte Linus Torvalds eine Mail an die Newsgroup "comp.os.minix". Sie begann mit den Worten: "Trauerst Du den Tagen von minix-1.1 nach, als Männer noch Männer waren und ihre Gerätetreiber selbst schrieben? [...] Dann ist dieser Post womöglich genau etwas für Dich :-)". Sie endete mit Torvalds Ankündigung, einen freien Minix-artigen Kernel für AT-386-Rechner auf dem FTP-Server zur Verfügung zu stellen.

Zunächst lief diese frühe Kernel-Version lediglich unter Minix. "Es handelt sich lediglich um Version 0.02 (+1 (sehr kleiner) Patch), aber ich brachte darunter erfolgreich Bash / GCC / GNU-make / GNU-sed / Compress und weitere zum Laufen." schrieb Torvalds weiter. Die allererste Version des Kernels hatte der Finne im August zwar angekündigt, aber nicht veröffentlicht. Er schickte diese lediglich per E-Mail an eine handvoll Entwickler, die bereits im Vorfeld Interesse an Linux bekundet hatten.

Der Bedarf nach einem freien Betriebssystem bestand, weil Minix, auf dem zunächst auch Linux lief, zum großen Teil aus verschiedenen Patches bestand. Es gab so gut wie keinen Support für das System, das Andrew S. Tanenbaum vornehmlich als Lehrsystem entwickelte. Tanenbaum erlaubte keine Modifikationen und baute nur gelegentlich einfache Patches ein, die ihm externe Entwickler zuschickten.

Bastler begannen also, das experimentelle Linux vom finnischen Server herunterzuladen und weiter zu entwickeln. Der Name Linux stammt übrigens vom Administrator des FTP-Servers Ari Lemmke - Linus selbst wollte sein Baby "Freakx" oder "Buggix" nennen.

Frei im Sinne von freier Software wurde der Kernel allerdings erst, als Torvalds und seine Mitstreiter ihn 1992 unter die von Richard Stallman entworfene GPL-Lizenz stellten. Stallman brauchte für sein freies GNU-Betriebssystem noch einen Kernel und die Arbeit an Hurd, seiner eigenen freien Kernel-Version, ging nur schleppend voran. Mit dem Linux-Kernel und den zahlreichen GNU-Tools ließ sich nun erfolgreich ein freies Betriebssystem installieren, wobei der Schritt zur GPL der Linux-Entwicklung noch einmal einen deutlichen Auftrieb gab.

Die komplette Diskussion auf der Mailingliste "comp.os.linux" lässt sich übrigens in Googles Archiv der Mailingliste nachlesen, die etwa 21.000 Einträge umfasst.

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