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Virtualisierungs-Schlacht: Red Hat, Sun, Novell und Microsoft

11.09.2008

Die Schlacht um den Markt der Virtualisierungslösungen geht in eine neue Phase: Sun Microsystems veröffentlicht neue Versionen seiner Virtualisierungssoftware Sun xVM. Red Hat hatte vor wenigen Tagen die Übernahme von Qumranet bekanntgegeben, Hersteller der Virtualisierung KVM. Unterdessen wollen Microsoft und Novell gemeinsam dagegenhalten mit Microsoft Hyper-V und dem Suse Linux Enterprise Server.

Sun Microsystems veröffentlicht heute eine neue Version seiner Server-Virtualisierung Sun xVM Server sowie der dazugehörigen Management-Lösung xVM Ops Center 2.0. Gleichzeitig will das Unternehmen eine neue Open-Source-Community um die Software ins Leben rufen und eröffnet hierzu die Plattform xVMserver.org. Diese Ankündigung folgt nur wenige Tage nach der Freigabe der neuen Version 2.0 der hauseigenen Desktop-Virtualisierung Sun xVM Virtualbox. Die Software stammt aus dem Zukauf des Unternehmens Innotek Anfang 2008. Mit der neuen Community-Plattform will das Unternehmen weitere Entwickler für eine Mitarbeit werben. Auch die Sun xVM Virtualbox und das Ops Center sind quelloffen und frei zum Download verfügbar auf der Webseite www.openxvm.org. Mit seinem Virtualisierungsportfolio zielt Sun auf die x86 und Sparc-Plattformen und die Betriebssysteme Windows, Linux und Solaris. Und genau dieser Markt ist derzeit heiß umkämpft.

Vom gleichen Tag wie die Sun-Presseerklärung stammt eine gemeinschaftliche Ankündigung der Kooperationspartner Microsoft und Novell: Vereint wollen die Unternehmen eine Kombination aus Suse Linux Enterprise Server (SLES) mit der Microsoft-Virtualisierung Hyper-V verkaufen. Als dritter im Bunde will Dell die Lösung testen und bewerten; der Hardware-Hersteller ist seit Mai im Team. Inhaltlich bietet diese Ankündigung nicht viel Neues, denn Ende August gaben die Partner eine weitere Vertiefung der Zusammenarbeit bekannt. Auch bei dieser Gelegenheit betonten sie öffentlich die Bedeutung der Kooperation bei Virtualisierungsangeboten. Im Juni war Novell dem Microsoft-Zertifizierungsprogramm Server Virtualization Validation beigetreten, und in dem gemeinsamen Forschungszentrum steht das Thema gleichfalls ganz oben auf der Tagesordnung. Interessant wird diese Meldung allerdings im Zusammenhang mit einem weiteren Linux-Anbieter: Vor knapp einer Woche gab Red Hat die Akquisition des Virtualisierungsanbieters Qumranet bekannt.

Durch die Übernahme integriert Red Hat die Virtualisierungslösungen KVM (Kernel Virtual Machien) und Solid ICE. KVM ist bereits seit zwei Jahren Bestandteil des Linux-Kernels und bietet daher nach Auffassung des Linux-Unternehmens einzigartige Wettbewerbsvorteile beim Hardwareangebot und Entwicklungszeiten. Wie der Red-Hat-Chef Jim Whitehurst in der Pressekonferenz betonte, sieht sich das Unternehmen damit auf Augenhöhe mit Microsoft. Und auch hier ist die Zielgruppe klar: Geht es nach den Vorstellungen von Red Hat, will das Unternehmen sowohl Windows- wie Linux-Server und -Desktops virtualisieren und mit seiner Red-Hat-Infrastruktur verwalten.

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