Verein ch/open/ wehrt sich gegen Auftragsvergabe an Microsoft

Verein ch/open/ wehrt sich gegen Auftragsvergabe an Microsoft

Öffentliche Ausschreibung gefordert

Britta Wülfing
11.05.2009 Das Schweizerische Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) hat Softwarelizenzen im Wert von rund 42 Millionen Schweizer Franken bei Microsoft bestellt. Weil keine Ausschreibung erfolgte, wollen Open-Source-Dienstleister nun gemeinsam Beschwerde einreichen.

Die Behörde hat den Auftrag bereits im Februar erteilt, jedoch wurde der Vorgang erst mit der Veröffentlichung im "Schweizerischen Handelsamtsblatt" vom 1. Mai 2009 publik. Laut der Mitteilung wurden die bestehenden Lizenzverträge mit Microsoft für Desktops und Server um drei Jahre verlängert. Hierfür sowie für Wartung und Support werden pro Jahr 14 Millionen CHF veranschlagt. Nun haben sich schweizerische Unternehmen zusammengeschlossen, um gegen die Auftragsvergabe Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht einzulegen.

Nach Auffassung des BBL sei eine Ausschreibung in diesem Fall nicht nötig gewesen, wie die Behördensprecherin Katja Lunau gegenüber der Neuen Zürcher Zeitung mitteilte. Sie begründete die Auffassung damit, dass es keine passenden Wettbewerbsprodukte gäbe. Zugleich beruft sie sich darauf, dass Lizenzverträge der Bundesverwaltung für Microsoft-Produkte nicht ausgeschrieben werden müssten, weil zu der Zeit der ursprünglichen Verträge das aktuelle Beschaffungsrecht noch nicht gegolten habe. Diese Argumente will die schweizerische Vereinigung /ch/open/ nicht gelten lassen. Matthias Stürmer von /ch/open/ verweist auf erfolgreiche Gegenbeispiele wie den Schweizer Kanton Solothurn oder das Schweizer Bundesgericht.

Welche Unternehmen sich im einzelnen der Beschwerde anschließen, steht laut Stürmer noch nicht fest: „Gerade die größeren Unternehmen zögern mitzumachen, aber auch die kleineren sind zurückhaltend“, so Stürmer im Gespräch mit der LinuxCommunity. Den Grund für die Zurückhaltung glaubt er zu kennen: „Wenn diese bereits Geschäfte mit dem Bund machen, befürchten sie künftig Nachteile durch die Beteiligung an der Beschwerde.“ Bis spätestens zum 20. Mai müssen sich die Firmen entscheiden, dann läuft die Frist für den formellen Einspruch ab.

Ähnliche Artikel

Kommentare

Aktuelle Fragen

Samsung VG-KBD1500 - Bluetooth-Tastatur mit Touchpad mit Xubuntu 16.04.2 LTS
Linux- & BSD-UserGroup im Weserbergland, 16.08.2017 19:16, 0 Antworten
Bin grad mit "meinem Latein am Ende" darum hier mal so in den Raum geworfen. Samsung VG-KBD1500 -...
Tails verbindet nicht mit WLan
Georg Vogel, 30.07.2017 15:06, 5 Antworten
Hallo zusammen! Habe mir von Linux Mint aus einen Tails USB-Stick erstellt. Läuft soweit gut,...
Genivi for Raspberry Pi 3
Sebastian Ortmanns, 28.07.2017 10:37, 1 Antworten
I try to build a Genivi Development Platform for Rasberry Pi 3. But I always get the failures bel...
Bash awk Verständnis-Frage
Josef Federl, 22.07.2017 17:46, 2 Antworten
#!/bin/bash # Skriptdateiname = test.sh spaltennummer=10 wert=zehner awk '{ $'$spaltennummer'...
Bash - verschachtelte Variablenersetzung, das geht doch eleganter als meine Lösung?
Josef Federl, 18.07.2017 20:24, 3 Antworten
#!/bin/bash #Ziel des Skriptes wird sein die ID zu extrahieren hier nur als Consolentest: root@...