VST-Plugins unter Linux nutzen

VST-Plugins unter Linux nutzen

VST ist ein defacto-Standard für Software-Musikinstrumente und Audio-Effekte, den der Hersteller Steinberg, bekannt durch die Sequencersoftware Cubase durchgesetzt hat. Steinberg veröffentlicht dazu ein SDK, das es für Windows, Mac OS und BeOS gibt. Der Hersteller würde es zwar begrüßen, wenn die Open-Source-Community die Schnittstelle auf Linux portiert, macht sich jedoch nicht selbst die Mühe.

Es gibt wiederrum Versuche von Open-Source-Entwicklern, die Schnittstelle auf Linux zu portieren, jedoch steht die Arbeit dabei eher still, was nicht verwunderlich ist, da es unter Linux bereits eine alternative Schnittstelle (LADSPA) gibt, die von Open-Source-Plugins genutzt wird. Eine VST-Schnittstelle unter Linux wäre eher interessant, um kommerzielle Software-Plugins, die man von anderen Betriebssystemen her kennt, unter Linux nutzen zu können. Dazu müssten die Hersteller jedoch bereit sein, ihre Plugins für Linux zu compilieren, was recht fragwürdig ist (zumal es beispielsweise auch massig QT-basierte Windows-Applikationen gibt, die für Linux nicht angeboten werden).

Abhilfe schafft ein VST–>LADSPA-Wrapper, der es mit Hilfe von WINE möglich macht, binäre Windows-Plugins als LADSPA-Plugins fungieren zu lassen.
Ist zwar mit einwenig Handarbeit verbunden, aber eine Anleitung gibt es unter folgendem Link:

[1] http://www.djcj.org/LAU/quicktoots/toots/vst-plugins/

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Harald Nikolisin
22 Jahre her

(zumal es beispielsweise auch massig QT-basierte Windows-Applikationen gibt, die für Linux nicht angeboten werden)

Ist das tatsächlich so? Mir fällt da nur Adobe’s Photoshop Album ein, gibts da noch andere Beispiele? Bei einer reinen QT-Anwendung (ohne ActiveX) macht es keinen Sinn den Vorteil der Plattformneutralität nicht zu nutzen.

GoaSkin
22 Jahre her

Ist das tatsächlich so? Mir fällt da nur Adobe’s Photoshop Album ein, gibts da noch andere Beispiele? Bei einer reinen QT-Anwendung (ohne ActiveX) macht es keinen Sinn den Vorteil der Plattformneutralität nicht zu nutzen.

Auf der Homepage von Trolltech kann man sich Informationen über die Referenzprodukte abrufen, die auf Basis von QT entwickelt worden sind. Da ist so Einiges dabei, was es weder für Linux, noch für den Mac gibt. Vielleicht nutzen die Hersteller auch QT, um die Option zu haben, ihre Software irgendwann sehr schnell für andere Systeme herauszugeben.

Norman Beck
22 Jahre her

Prinzipiell sollte es gar keine Schwierigkeiten geben. Immerhin bietet Steinberg seine Cubase-Produkte auch für MacOS X – also für ein UNIX – an. Es kann mir keiner erzählen, daß es ein unerträglicher Aufwand für Steinberg wäre, das ganze auch unter Linux lauffähig zu bekommen.

[1] http://www.steinberg.de/

GoaSkin
22 Jahre her
Reply to  Norman Beck

Steinberg bietet seine Produkte für Windows und Mac OS an; hatte aber einmal auch BeOS vorgesehen gehabt. Über die Zeit hinweg wurde die VST-Schnittstelle immer offener. Zu erst gab es nur kommerzielle Plugins, da das SDK Geld kostete, heutzutage erlaubt ein kostenlos herausgegenenes SDK es, sogar Open-Source-Plugins, aber auch Hostanwendungen zu entwickeln. Das einzige, was es zu tun gibt, ist das SDK auf Linux anzupassen und in eine Entwicklungsumgebung unter Linux zu integrieren. Die Arbeit macht sich Steinberg nicht, sollte aber die Open-Source-Gemeinde jedoch selbst hinbekommen.

Marcel Winandy
22 Jahre her
Reply to  Norman Beck

Nun ja, die Cubase-Produkte gab es schon vor MacOS X auch für die älteren MacOS-Versionen, und die basierten noch nicht auf BSD/NeXt und damit Unix-Technologie.

MacOS X bietet mit der Carbon-API [1] eine Schnittstelle an, um alte Mac-Programme auf MacOS X relativ einfach portieren zu können. Ich vermute mal eher, daß Steinberg zunächst diesen Weg gegangen ist. Erst native MacOS X Programme sind einfacher auf Linux zu portieren.

(Mal abgesehen davon, daß sich Steinberg aufgrund der wahrscheinlich viel zu geringen Nachfrage für eine derartige Portierung nicht diese Mühe machen wird…)

[1] http://developer.apple.com/macosx/architecture/index.html

Hartmut Noack
22 Jahre her

>Es gibt wiederrum Versuche von Open-Source-Entwicklern, die Schnittstelle auf Linux zu portieren, Paul Davis, der Hauptentwickler von ARDOUR, [1] lässt im FAQ seiner Seite durchblicken, dass Steinberg durchaus nicht das Hauptproblem ist, vielmehr Sorgen macht Ihm, dass viele Programmierer, die VST_plugs schreiben, sich nicht 100% an die Vorgaben von Steinberg halten. Wenn die Fehlertoleranz von VST deren Dinger dann auf Win32 noch geradeso zum Laufen bringt, hält er die Reaktion der von diesen QuasiVST-geräte in seiner JACK_umgebung für zu unberechnebar, um dem Ganzen grossen Reiz abzugewinnen. >Es gibt wiederrum Versuche von Open-Source-Entwicklern, die Schnittstelle auf Linux zu portieren, Die JACK-aware… Mehr »

GoaSkin
22 Jahre her
Reply to  Hartmut Noack

Einige Plugins scheinen schon recht brauchbar zu laufen. Hier gibt es eine Datenbank, in der die Benutzer ihre Testberichte zum Betrieb von VST-Plugins unter Linux abgeben:

[1] http://djcj.org/LAU/ladspavst/index.php

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