Weichen gestellt

[Update] Gnome 3.0  kommt ohne Zeitgeist und ohne Activity Journal

[Update] Gnome 3.0 kommt ohne Zeitgeist und ohne Activity Journal

Marcel Hilzinger
08.06.2010 Das Gnome-Team hat die Weichen für Version 3.0 gestellt und im Mai beschlossen, welche Module zu Gnome 3.0 gehören sollen welche nicht. Der Status der Gnome-Shell ist noch unklar.

Das Problem an der Gnome-Shell ist nicht das Benutzer-Interface oder das Design an sich sondern die Lizenz der darunterliegenden Clutter-Bibliothek beziehungsweise dem Paket clutter-core. Hier sind nicht sämtliche Copyright-Fragen geklärt, weshalb die Gnome-Entwickler Clutter und somit auch die Gnome-Shell vorerst nur als externe Abhängigkeit in Gnome 3.0 sehen. Clutter entstand bei Intel im Rahmen der Moblin-Entwicklung, das Gnome-Projekt möchte das Copyright-Problem so schnell wie möglich geklärt haben. Das Gnome-Shell-Modul hängt somit von der Clutter-Bibliothek ab. Zudem ist sich das Gnome-Team nicht sicher, ob die Distributoren die Gnome-Shell als Standard-Desktop einsetzen werden.

Mit ziemlicher Sicherheit nicht fester Bestand von Gnome 3.0 wird das Zeitgeist-Framework und das Gnome Activity Journal. Das Gnome-Projekt beanstandet beim Activity Journal, dass die Entwickler zu wenig mit dem Gnome-Team zusammenarbeiten würden und dass das Activity Journal zu wenig in den Desktop integriert sei. Da zurzeit lediglich das Activity Journal von Zeitgeist gebrauch macht, sehen die Gnome-Entwickler keine Notwendigkeit, Zeitgeist als festen Bestandteil von Gnome zu integrieren. Es bleibt somit eine externe Abhängigkeit.

Als weitere kleine Änderung wird der Sprachsynthetisator opentts die bisherige Anwendung gnome-speech ersetzen. Ebenfalls fester Bestandteil von Gnome wurde die Scan-Software Simple Scan und das Backup-Tool Deja Dup. Neu mit dabei ist unter anderem das DLNA-/UPnP-Framework Rygel.

Welche Module noch in Gnome 3.0 aufgenommen und welche Änderungen sonst noch anstehen, zeigt die Ankündigung von Vincent Untz auf der Gnome-Mailingliste devel-announce.

Update [09.06.2010]: Vincent Untz vom Gnome-Projekt wies uns darauf hin, dass die Gnome-Shell in jedem Fall Teil von Gnome 3.0 sein wird. Selbst wenn die Copyright-Fragen um Clutter nicht rechtzeitig geklärt werden können, wird Clutter als externe Abhängigkeit mit Gnome 3.0 ausgeliefert, die Gnome-Shell kann somit in jedem Fall auf Clutter zählen. Die Unterschiede zwischen den festen Bestandteilen und den externen Abhängigkeiten liegen in erster Linie beim Release-Zyklus. Während interne Komponenten stets zusammen als Gnome X.X veröffentlicht werden, müssen sich die externen Abhängigkeiten nicht an den Fahrplan von Gnome halten.

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