[Update] Fukato-Netbook: Exklusive Infos von Klaus Knopper

[Update] Fukato-Netbook: Exklusive Infos von Klaus Knopper

Britta Wülfing
07.10.2008

Das deutschen Unternehmen Fukato bringt über seine Handelsmarke Datacask ein weiteres Netbook auf den Markt; das Linux-Betriebssystem der Wahl basiert auf Knoppix. Das Mini-Laptop wird unter der Bezeichnung Datacask Jupiter 1014a erscheinen.

Der neue Mitspieler bei den so genannten Netbooks, auch als Ultramobile PCs bezeichnet, unterscheidet sich auf den ersten Blick in der Ausstattung nur wenig von seinen mittlerweile zahlreichen Wettbewerbern: Es wiegt 1,25 kg, hat einen 10-Zoll-Monitor, 1 Gigabyte RAM, integrierte Webcam und Lautsprecher, wahlweise 80 oder 160 Gigabyte Festplatte. Im Unterschied zur Konkurrenz von Medion und MSI soll die Akkulaufzeit allerdings bis zu vier Stunden betragen und der Fukato-Rechner bringt einen ExpressCard-Slot mit.

Datacask wirbt auch mit einer vollwertigen Tastatur, die bei manchen Konkurrenzmodellen als Schwachpunkt gilt. Beim Betriebssystem führt das Unternehmen mit Sitz in Potsdam eine neue Variante ein: Vorinstalliert wird ein eigens konzipiertes Business-Linux, das auf der Live-Distribution Knoppix basiert.

[Update:] Exklusive Infos von Klaus Knopper

Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit an dem Rechner namens Datacask Jupiter bestand in der Anpassung der WLAN- und LAN-Treiber, die vom Hersteller mit Madwifi oder einem direkt vom Chipsatz-Hersteller mitgelieferten GPL-Modul bedient werden, wie Klaus Knopper Linux-Community.de mitteilte. Knopper fand Vergnügen an der Herausforderung: "Die Arbeit am installierten Debian (auch Knoppix ist ja ein Debian-Derivat) war besonders wegen der recht neuen Hardware spannend." Zu seinen Aufgaben gehörte es auch, die Software so zu optimieren, dass das Linux-Betriebssystem die Hardware optimal nutzt.

Der Entwickler plaudert aus dem Nähkästchen: "Dort ist tatsächlich eine Atom-CPU mit zwei Kernen verbaut, was aus dem Gerät mit Hilfe der Linux-SMP-Unterstützung und etwas Cpufreq-Tuning einen sehr flüssig antwortenden Rechner macht." Wenn es um die Darstellung auf dem Bildschirm geht, schwärmt Knopper für den Grafikchipsatz mit compiz-fusion: "Compiz macht gerade wegen der Vergrößerungsfunktion, die bei kleinen Bildschirmen sehr praktisch ist, Sinn, von den ansprechenden Effekten mit dem rotierenden Würfel beim Umschalten der Arbeitsflächen ganz abgesehen." Dank der Anpassungsarbeit sollen bei dem Datacask-Rechner auch die energiesparenden Funktionen Suspend-to-Ram und Suspend-to-Disk funktionieren. Hierzu hat der Entwickler eine entsprechende grafische Oberfläche auf die "Poweroff"-Taste gelegt. Und auch an größere Darstellungsmöglichkeiten wurde gedacht: "Mit xrandr, was auf der 'Grafikausgabe umschalten'-Tastenkombination liegt, wird der Anschluss von Beamer und Monitor sehr einfach", erläutert Knopper.

Auch am Systemstart hat der Entwickler gebastelt und die Debian-übliche init.d-Bootprozedur so umgebaut, dass die Skripte und Kernel-Features auf die Fukato-Hardware vorkonfiguriert wurden. Damit fällt die sonst übliche Hardware-Erkennung beim Hochfahren weg. Der Schnellstart vom Datacask Jupiter 1014a erinnert laut Knopper nicht ganz zufällig an den Eee PC von Asus: Auf beiden Rechnern kommt hier kommt LXDE zum Einsatz, in Kombination mit dem Programmstarter lxlauncher. Der Knoppix-Macher hat das System noch etwas umgestaltet und ist von der Funktionalität begeistert: "Ich überlege sogar, ob ich nicht zumindest die Knoppix-CD in Zukunft mit LXDE statt KDE ausstatten soll, den lxde nehme ich inzwischen auch auf meinen eigenen Rechnern zum Arbeiten."

Den Anwendern des neuen Linux-Laptops verspricht Knopper, dass für die Arbeit mit dem Gerät keine Linux-Kenntnisse nötig sind. "Die Netzwerk-Konfiguration von LAN und WLAN ist mit ein paar Klicks erledigt, und falls man Plugins für proprietäre oder patentierte Formate (MP3, Flash, diverse Video-Codecs) haben will, lassen sich diese leicht über ein Mini-GUI nachinstallieren."

Der Datacask Jupiter 1014a soll noch in dieser Woche in den Handel kommen. Die Linux-Version soll 369 Euro kosten, gegen 30 Euro Aufpreis wird Microsofts Windows XP vorinstalliert.

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