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Unix-Anwendungen sterben aus

Jan Rähm
26.09.2007

Auf der jährlichen Gartner Open-Source-Konferenz hat der Analyst George Weiss die Behauptung aufgestellt, nach 2009 würden keine neuen Anwendungen mehr entwickelt werden, die ausschließlich für kommerzielle Unix-Systeme konzipiert seien. "Ich erwarte, dass wir etwa 2009 das letzte Programm sehen werden, das allein für Unix entwickelt wurde. Anwendungen für Unix werden dann nicht mehr folgen, Updates für existierende Programme hingegen wird es noch eine Weile geben", wird Weiss in einem Bericht des Online-Magazins eWeek zitiert.

Der Gartner-Analyst erwartet einen langsamen Rückgang von Unix auch auf Serversystemen. Als Grund nennt Weiss den Siegeszug von Linux. Vor allem die zum Teil integrierten Virtualisierungslösungen, die Linux-Systeme auch für Bereiche jenseits des Webs interessant machen, hätten ihren Anteil am Verdrängungsprozess. Dieser werde zwar eine Weile dauern, schließlich hätte zum Beispiel auch der Open-Source-Förderer IBM eigene kommerzielle Unix-Systeme im Angebot, stattfinden würde er aber dennoch.

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Kommentare
Re: Unix-Anwendungen sterben aus
Karsten Tröß, Mittwoch, 26. September 2007 12:43:56
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Ganz so schnell sehe ich das Ende von Unix nicht.
Es gibt nach wie vor Einsatzbereiche von komerziellen Unix - Systemen die Linux noch nicht abdecken kann.
Klar, es wird aussterben, aber ich denke noch nicht so schnell (ich hoffe, es wird erst nach Windows passieren :-) ).




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Re: Unix-Anwendungen sterben aus
Lars S., Mittwoch, 26. September 2007 19:37:53
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> Es gibt nach wie vor Einsatzbereiche von komerziellen Unix - Systemen
> die Linux noch nicht abdecken kann.

Welche sind das?
Mir fallen spontan keine ein.


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Re: Unix-Anwendungen sterben aus
GoaSkin , Freitag, 28. September 2007 02:05:31
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In der Regel handelt es sich um Systeme, die zur Bedienung von Anlagen dienen. Bei sensiblen Einsatzgebieten (z.B. an medizinischen Geräten) wird der Computer, der zur Analyse und Bedienung dient samt Betriebssystem und Software maßgeschneidert auf seinen Zweck ausgeliefert. Dabei handelt es sich um Rechner, auf denen weitere Software oder ein Komponentenaustausch durch den User nichts zu suchen hat.
Aufgrund von hohen Sicherheitsanforderungen wird der Hersteller die bestehende Lösung zum Zwecke von Updates modifizieren aber das System nicht durch Linux oder Windows ersetzen.

Wenn die sich z.B. eine Klinik vor vielen Jahren eine Aparatur zugelegt hat, die über eine Sparcstation mit CDE-Desktop bedient wird, wird es für die Lösung zwar regelmäßige Aktualisierungen geben, aber dennoch kommt heute immernoch die Sparc mit dem CDE-Desktop zum Einsatz. In solchen Bereichen sind Aktualisierungen sehr riskant und Software-Tests aufwendiger. Im Mittelpunkt steht die Funktionalität der Anlage und nicht der Computer. Die Portierung der Software auf Linux oder sonstwohin in Verbindung mit dem Einsatz eines neuen Rechners ist ein ungeheures Risiko. Ein Fehler bei der Migration ist schnell ein Fehler im OP.

Aus solchen Gründen spielt beispielsweise die Entwicklung für MOTIF immernoch eine Rolle, obwohl man sich als normaler User über diese Oberfläche nur kaputtlachen kann und diesen grauen Desktop recht öde finden wird.


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Re: Unix-Anwendungen sterben aus
Lars S., Samstag, 29. September 2007 07:52:41
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Wieder was dazugelernt.
Danke!



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Re: Unix-Anwendungen sterben aus
GoaSkin , Samstag, 29. September 2007 12:53:42
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Langfristig wird es wahrscheinlich schon so sein, daß von den vielen UNIX-artigen Betriebssystemen, die es heute gibt nur Mac OS X und Linux überleben. Wobei es nicht unwahrscheinlich ist, daß noch andere Hersteller auf einem GNU/UNIX/BSD-Fork ein neues Betriebssystem auf ähnlichem Wege wie Mac OS X basteln.
Daß UNIX-Anbieter wie HP, Sun oder IBM ihren Fokus auf Linux-Lösungen setzen und auf ihr eigenes UNIX-Derivat kaum noch vermarkten zeigt, daß es sich für die Hersteller nicht mehr lohnt, ein eigenes Betriebssystem anzubieten. Aber solange UNIX-Lösungen im Einsatz sind, die in Kombination mit Maschinen auf den Einsatz von vielen Jahren ausgelegt sind wird es im UNIX-Bereich auch noch Updates geben.


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