Ubuntus Mark Shuttleworth: Mac überholen, Windows einbeziehen

Ubuntus Mark Shuttleworth: Mac überholen, Windows einbeziehen

Kristian Kißling
24.07.2008

In seiner Keynote zur OSCON (O'Reilly Open Source Convention) im amerikanischen Portland (Oregon) sprach Ubuntu-Mäzen Mark Shuttleworth über seine Vision eines zukünftigen Linux. Die Herausforderung der nächsten zwei Jahre bestehe laut Shuttleworth darin, Linux, das "stabil und robust und nicht so hübsch" sei, "in etwas zu verwandeln, das Kunst ist".

Er rief die Entwickler dazu auf, Apple nicht nur zu emulieren, sondern es in Designbelangen zu überholen. Er verwies auf das iPhone, das eine ungetrübte Softwareerfahrung biete. Es gäbe einen Bedarf an schöner und eleganter Software. Dabei helfe es unter anderem auch, feste Release-Zyklen für die Software-Entwicklung festzulegen.

Zugleich sprach sich Shuttleworth gegen Werbebanner in freier Software aus: Das funktioniere sicherlich für Webseiten, nicht aber für Open-Source-Anwendungen. Hier seien vielmehr Dienste auf Subskriptionsbasis ein Weg, um Geld zu verdienen.

Nicht zuletzt sprach der Ubuntu-Gründer auch über den Konkurrenten Microsoft. Er rief die Entwickler dazu auf, auf die Kompatibilität mit Microsofts Produkten zu achten, auch wenn sie diese selbst nicht nutzen. Die Plattform-Toleranz sei notwendig, da es zahlreiche Anwender gäbe, die plattformübergreifend arbeiten.

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Kommentare
Re: Ubuntus Mark Shuttleworth: Mac überholen, Windows einbeziehen
Benjamin Quest, Donnerstag, 24. Juli 2008 23:05:14
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Apple in Designbelangen überholen zu wollen, ist meiner Meinung nach utopisch. Apples Design ist auch nicht immer in allen Belangen konsenzfähig, gerade dort, wo es bestimmte Funktionalitäten der einfachen Bedienbarkeit opfert. Bei Apple entscheidet Steve Jobs und Punkt. Ich sehe nicht, wie eine freie Entwicklergemeinde sich auf ein einheitliches "human interface design" (HID) einigen könnte, ohne daß es einen "freundlichen Diktator" gibt. Und selbst WENN sich alle OpenSource Entwickler auf ein HID einigen würden, glaube ich nicht, daß das die schlichte Eleganz des Apple Designs erreichen würde. Sehr wohl aber glaube ich, daß es an Funktionsumfang und Vielfalt überlegen wäre.

Für mich bedeutet gutes Design, alle Möglichkeiten und Funktionen übersichtlich präsentiert zu bekommen, und wenn eine Funktion da ist, dann sollte man sie auch ausschöpfen können.

Das iPhone hat beispielsweise eine root-shell, die kaum jemand findet. Wenn man dann noch mitbekommt, daß alle iPhones das gleiche root-Passwort haben (das im Übrigen kurz und ohne Sonderzeichen oder Zahlen ist), dann bekomme zumindest ich ein grausiges Schaudern. Das heißt nichts anderes, als daß das Ding eine mächtiges Werkzeug vor dem User versteckt, das Werkzeug an sich aber dann aber wieder gefährlich fahrlässig implementiert ist. Wer meint, das root Passwort ändern zu müssen, erlebt einen Endlos-Reboot. Das ist für mich ein Beispiel an schlechtem Design.

Schönheit und Bedienbarkeit sind außerdem sehr relative Parameter. Was für den Einen übersichtlich und selbsterklärend ist, findet der Andere zuweilen unverständlich. Schon deshalb sehe ich keinen Trend zur Einheitlichkeit. Ob der "OK" Button nun immer auf der rechten oder der linken Seite ist, und ob er oder der Cancel-Button vowausgewählt sind, sowas könnte man evtl. noch so gerade vereinheitlichen ... aber darüber hinaus?

Vielleicht sollte man eine "Human-Interface-Wikipedia" für Anwendungsprogramme gründen, dann bekäme man zumindest mal (eine Mindestbeteiligung an User vorausgesetzt) ein "Konsensdesign" hin. Toolkit und Skins kann dann ja jeder nach Geschmak wählen. Wäre zumindest ein interessantes Experiment ...


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