Sicherheitsloch

Ubuntu-Entwickler warnen vor Linux Mint

Ubuntu-Entwickler warnen vor Linux Mint

Tim Schürmann
18.11.2013 Der Ubuntu-Entwickler Oliver Grawert hält Linux Mint derzeit für ein verwundbares System. Ähnlich äußert sich auch Benjamin Kerensa auf der Ubuntu-Mailingliste.

Die Warnungen stützen sich auf eine Entscheidung der Mint-Entwickler, Updates für zahlreiche Pakete standardmäßig nicht von Ubuntu zu übernehmen beziehungsweise zu blockieren. Betroffen sind unter anderem der Kernel, X.Org und der Browser. Einen Grund für diese Blockadehaltung ist noch unbekannt. Benjamin Kerensa vermutet, dass die Entwickler Angst vor einem instabilen System haben.

Oliver Grawert schließt seine E-Mail augenzwinkernd mit dem Satz, dass er Linux Mint nicht für das Online-Banking verwenden würde.

[Update, 23:41 Uhr] Clement Lefebvre, der Projektleiter von Linux Mint, hat jetzt der Seite OMG!Ubuntu geantwortet. Demnach sei die Ubuntu-Update-Politik nicht gut genug und man hätte deswegen den Update-Manager entwickelt. Firefox-Updates würden nicht später in Mint landen als in Ubuntu. Und schließlich würde es stimmen, dass Mint-Nutzer standardmäßig keine Kernel- und X-Updates erhalten würden. Dafür gäbe es einen guten Grund - welchen, erläutert Lefebvre jedoch nicht.

[Update, 19.11.2013] Clement Lefebvre hat sich jetzt noch einmal in einem Blog-Post geäußert. Dort wiederholt er noch einmal, dass Firefox-Updates direkt auch in Mint eingespielt würden. Die Update-Politik beim Kernel seit bereits seit 2007 bekannt. Zudem wirft er den Verfassern der Warnungen vor, dass sie nicht wüssten, welche Repositories Mint benutzen und was die Mint-Entwickler machen würden ("They don’t know what repositories we’re using and they don’t know what we’re doing.").

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Kommentare
Sicherheits- oder Anwender- LOCH
Gulliver (unangemeldet), Donnerstag, 21. November 2013 23:26:56
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Vermutlich geht es bei der ganzen Sache um ein sich vergrößerndes Loch in der Anwenderzahl bei Ubuntu.


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Synaptic oder apt-get ....
majestyx (unangemeldet), Dienstag, 19. November 2013 18:08:15
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Joa, ich hab das auch mitbekommen - das bspw. Kernel Updates zurück gehalten werden. Bei völligen DAU-Umsteigern sag ich: Nimm Synaptic und den Button "Status" klicken... Dort sieht Mensch das es Updates auf "hold" gibt. Mit [STRG]+ A kann mensch dann alle Updates auswählen und "per Hand" installieren.

Einfache gehts mit einem "sudo apt-get update/upgrade" auf der (bash) shell. apt "meldet" dann auch das der Kernel (noch) nicht installiert wurde. Ein beherztes sudo apt-get install (copy&paste) dateiname ... Und schon hat LM den neuesten (Ubuntu) Kernel. Bis dato hatte ich noch keine Probleme damit. ich mache das seit LM14 so.... it works for me (and my buddys)



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Sicherheitsloch?
XLD (unangemeldet), Dienstag, 19. November 2013 05:42:04
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Wohl nicht wenige Anwender halten Linux Mint, welches auf Ubuntu basiert, für die insgesamt durchdachtere und attraktivere Desktop-Variante (Distribution).

Ubuntu fällt in jüngster Zeit durch ein aggressives Verhalten auf, indem es auf Markenrechte pocht.

Für Leser wäre eine Einordnung der Meldung wichtig. Handelt es sich um eine vordergründige FUD-Strategie des Unternehmens oder gibt es ernst zu nehmende Sicherheitsbedenken?

Wenn ja: wie gedenken die Mint-Entwickler diesen zu begegnen?


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