Ubuntu 8.04 LTS: Erste Alpha-Version

Ubuntu 8.04 LTS: Erste Alpha-Version

Kristian Kißling
03.12.2007

Seit Samstag steht die erste Alpha-Version von Ubuntu 8.04 offiziell zum Download bereit. Steve Langasek eröffnete seine Ankündigung auf der Ubuntu-Announce-Liste mit einem Gedicht und betonte dann, dass sich die instabile Version vor allem an Entwickler richte. Zeitgleich kommen auch Alpha-Versionen der restlichen Verwandtschaft auf den Markt: Etwa Kubuntu, Edubuntu, Xubuntu und Gobuntu. Laut Fahrplan sollen die fertigen Distributionen mit Long Term Support (LTS) im April 2008 erscheinen. Das bedeutet, dass die Ubuntu Community die Versionen mit dem Codenamen "Robuster Reiher" (engl. Hardy Heron) 5 Jahre (Server-Variante) bzw. 3 Jahre (Desktop-Version) mit Sicherheits-Updates unterstützt.

Auf dem UDS (Ubuntu Developer Summit) in Boston haben die Entwickler bereits eine Roadmap für das neue Ubuntu festgelegt. Erfahrungsgemäß gelangen nicht alle geplanten Features in die neue Version, die Liste vermittelt aber einen ungefähren Eindruck, wohin die Reise geht. Da Hardy Heron Langzeit-Support mitbringt, sparen die Entwickler vermutlich an experimentellen Features.

Diskussionen ausgelöst hat der geplante neue Look für Ubuntu: Brauntöne sollen weichen und werden durch schwarz-orange Elemente ersetzt. Ein neuer Datei-Handler soll dafür sorgen, dass Apt externe Repositorys per Mausklick erkennt, übernimmt und verwaltet. X.org 7.3 wird nun Teil von Hardy Heron. Ursprünglich sollte die X.org-Version bereits in Gutsy Gibbon einfließen, war aber noch nicht fertig und wird nun nachgeliefert.

Im Multimedia-Bereich kooperiert Ubuntu nun mit den Automatix-Entwicklern. Das populäre Projekt bieten bereits seit einiger Zeit eine einfache Lösung an, um rechtlich umstrittene Codecs in Ubuntu zu integrieren. Der Nachteil: Automatix löschte ungefragt Pakete, kann unter Umständen Daten löschen oder das komplette System instabil machen, wie Matthew Garrett berichtet. Da trotz zahlreicher Warnungen noch immer zahlreiche Benutzer - vor allem Einsteiger - Automatix benutzen, erscheint die Kooperation als guter Schritt.

Auch im Netzwerkbereich tut sich etwas: Der Network-Manager soll zukünftig auch ADSL-Modems und PPP unterstützen. Die Ubuntu-Live-CD soll sich zukünftig über das LAN auch von Rechnern booten lassen, denen ein CD-Laufwerk fehlt - vermutlich via PXE.

Kubuntu liefert übrigens weiterhin KDE 3.5.x als Desktop aus. Die neuen KDE-4-Pakete lassen sich aber über den Paketmanager nachinstallieren. Ansonsten sieht es auch hier so aus, als bestünden die geplanten Veränderungen hauptsächlich in der Stabilisierung einiger Features wie dem Kicker, Knetworkmanager und Kaffeine.

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