Ubuntu 15.04 veröffentlicht

Ubuntu 15.04 veröffentlicht

Vivid Vervet

Tim Schürmann
23.04.2015 In der neuen Version ihrer Distribution hat Canonical vor allem Änderungen unter der Haube vorgenommen und die Software aktualisiert. Auch die Entwickler von Kubuntu, Xubuntu und Co. haben neue Versionen ihrer Ubuntu-Derivate freigegeben.

In Ubuntu 15.04 steuert erstmals Systemd 219 den Bootvorgang und löst damit Canonicals  Eigenentwicklung Upstart ab. Upstart ist allerdings noch nicht ganz verschwunden: Es verwaltet weiterhin die User Sessions und lässt sich bei Problemen im Bootmanager GRUB2 auch wieder als Init-System aktivieren (dazu hält man beim Systemstart die Umschalttaste gedrückt und wählt dann unter „Erweiterte Optionen für Ubuntu“ den mit „Upstart“ gekennzeichneten Punkt).

Der Kernel läuft in Version 3.19.0, Firefox liegt in der aktuellen Version 37 bei und das Büropaket LibreOffice meldet sich mit der Version 4.4.2.2. Als Desktop-Umgebung kommt Unity 7 zum Einsatz, das auf die Version 7.3 klettert. Die von ihr genutzten Gnome-Komponenten tragen die Versionsnummer 3.14, das aktuelle Gnome 3.16 kam für eine Aufnahme zu spät.

In den Vorabversionen von Ubuntu 15.04 erschien das Hauptmenü einer Anwendung nicht mehr im oberen Panel, sondern wieder im Fenster der Anwendung. Dies haben die Entwickler in der jetzt veröffentlichten finalen Version wieder rückgängig gemacht. Das Hauptmenü bleibt folglich weiterhin wie bei Apples OS X am oberen Bildschirmrand. In den Systemeinstellungen kann man aber unter dem Punkt „Darstellung“ auf dem Register „Verhalten“ die Hauptmenüs explizit in die Fenster holen (unter „Zeige die Menüs für ein Fenster“). Die Menüpunkte erscheinen dann allerdings in der Titelleiste der Fenster und das auch erst dann, wenn man die Titelleiste mit dem Mauszeiger berührt.

Programmierer dürfen sich über Ubuntu Make, kurz UMake freuen. Das aus dem Developer Tools Centre hervorgegangene Kommandozeilenwerkzeug soll schnell eine Entwicklungsumgebung einrichten können. Der Fokus des Tools liegt derzeit noch auf Entwicklungsumgebungen für Mobilgeräte.

Der Desktop von Ubuntu hat sich nicht verändert.

Weitere Geschmacksrichtungen

Kubuntu 15.04 nutzt jetzt die vom KDE-Projekt entwickelte Desktop-Umgebung Plasma 5.2 und bringt die KDE Applications 14.12 mit. Ubuntu Mate gehört erstmals zu den offiziellen Derivaten und unterstützt neben PowerPC-Rechnern auch den Raspberry Pi 2. Als Desktop-Umgebung kommt Mate 1.8.2 zum Einsatz. Ubuntu Gnome verwendet ebenfalls noch Gnome 3.14, Xubuntu aktualisiert seinen Desktop Xfce auf Version 4.12.

Neben der Desktop-Variante hat Canonical auch den Ubuntu Server in einer neuen Version veröffentlicht. Er bietet Docker 1.5, den Release Candidate des derzeit noch in der Entwicklung befindliche OpenStack Kilo sowie LXD. Letztgenannte Lösung stammt von Canonical selbst und soll die Verwaltung von LXC- und Docker-Containern erleichtern. Über ein Plugin lässt sich LXC in OpenStack integrieren.

Des Weiteren gibt es mit Ubuntu Core eine abgespeckte Mini-Ausgabe von Ubuntu. Diese soll als Basis für Container dienen und nutzt die neue Paketverwaltung Snappy. Letztgenannte soll auch laut Entwickler Will Cooke in Form von „Snappy Personal“ im kommenden Ubuntu 15.10 zum Einsatz kommen.

Sämtliche Neuerungen dokumentieren die Release Notes, fertige Images für die Installation stehen auf dem Server von Canonical zum Download bereit.

Ähnliche Artikel

  • Kein Affenzirkus
    Anders als ursprünglich von Canonical geplant, entpuppt sich Ubuntu 15.04 als überwiegend konservatives Release. Frischen Wind gibt es vor allem bei Kubuntu mit KDE 5.
  • Ubuntu-Derivate zeigen zweite Alpha auf Version 15.04
    Die Macher der Distributionen Kubuntu, Ubuntu Gnome, Ubuntu Kylin und Lubuntu haben die Alpha 2 der für April angekündigten Version 15.04 veröffentlicht. Diese Vorabversion ist für Tester gedacht und liefert einen Einblick in die aktuelle Entwicklung.
  • Ubuntu 15.04 Beta 2 freigegeben
    Rund einen Monat vor der Veröffentlichung von Ubuntu 15.04 haben die Entwickler jetzt die „finale“ Beta-Version zum Download bereitgestellt. Auch die Derivate wie Kubuntu und Lubuntu geben mit ihrer Beta 2 einen Ausblick auf die fertige Version.
  • Radikalumbau
    Im April steht die Veröffentlichung der nächsten Kubuntu-Version 15.04 an. EasyLinux hat vorab einen Blick auf die Distribution geworfen und verrät, worauf Benutzer sich freuen dürfen.
  • Ruhe vor dem Sturm
    Mit dem behutsam modernisierten Ubuntu 15.04 hat Canonicals Distribution möglicherweise bereits den Zenit ihrer Popularität überschritten. Durch seine geradezu zwanghafte Fixierung auf Mobil-Konvergenz droht Mark Shuttleworth Ubuntu mittelfristig ins Aus zu befördern, befürchtet Chefredakteur Jörg Luther.

Kommentare

Aktuelle Fragen

Broadcom Adapter 802.11n nachinstallieren
Thomas Mengel, 31.10.2017 20:06, 2 Antworten
Hallo, kann man nachträglich auf einer Liveversion, MX Linux auf einem USB-Stick, nachträglich...
RUN fsck Manually / Stromausfall
Arno Krug, 29.10.2017 12:51, 1 Antworten
Hallo, nach Absturz des Rechners aufgrund fehlendem Stroms startet Linux nicht mehr wie gewohn...
source.list öffnet sich nicht
sebastian reimann, 27.10.2017 09:32, 2 Antworten
hallo Zusammen Ich habe das problem Das ich meine source.list nicht öffnen kann weiß vlt jemman...
Lieber Linux oder Windows- Betriebssystem?
Sina Kaul, 13.10.2017 16:17, 6 Antworten
Hallo, bis jetzt hatte ich immer nur mit
IT-Kurse
Alice Trader, 26.09.2017 11:35, 2 Antworten
Hallo liebe Community, ich brauche Hilfe und bin sehr verzweifelt. Ih bin noch sehr neu in eure...