Ubuntu 13.10 freigegeben

Ubuntu 13.10 freigegeben

Saucy Salamander ist da

Kristian Kißling
18.10.2013
Ubuntu 13.10 ist da, quasi die letzte Abfahrt vor der nächsten LTS-Version. Neu sind vor allem die erweiterten Smart Scopes in der Desktopausgabe und das als "erste richtige Mobile Release" bezeichnete Ubuntu Touch.

Mir, der neue Displayserver kommt in Ubuntu 13.10, Codename "Saucy Salamander", anders als ursprünglich geplant, nur auf Smartphones standardmäßig zum Einsatz. Auf dem Desktop bleibt er lediglich als Option verfügbar. Mit Mir verspricht Canonical eine dramatisch bessere Performance für Spiele und optimierten Zugriff auf die verbaute Grafikhardware.

Ubuntu für Mobilgeräte

Besonders stolz ist man auf Ubuntu Touch, die Smartphone-Variante von Ubuntu, das im Kern aus einem Ubuntu besteht, aber eine Touchoberfläche für Smartphone-Nutzer mitbringt. Canonicals nächstes Ziel: 2014 will man das OS zusammen mit einem Hardware-Partner auf den Markt bringen - ein konkretes Partnerschafts-Announcement steht aber noch aus. Bis dahin liegt aber noch ein arbeitsreicher Weg vor der Firma. Ubuntu Touch ist unfertig, die "Known-Problems"-Sektion in den Release Notes weist aber auf zahlreiche Probleme hin.

Um eine größere Reichweite zu erzielen, muss man zudem noch ein paar mehr Apps entwickeln und portieren: Als Highlights feiert die Pressemitteilung einen Browser, Kalender, eine Uhr, einen Taschenrechner und eine Wetterapp - wahrlich nichts Spektakuläres. Hinzu kommt, dass vielen dieser Apps noch grundlegende Fähigkeiten fehlen. So lassen sich etwa Events im Kalender nicht ändern und keine Reminder einstellen, fehlt der Kamera-App eine Videofunktion, der Uhr eine Alarmfunktion und so weiter. Das optimierte SDK und das Schlagen der Werbetrommel für App-Entwickler sollen in diesem Bereich die Wende bringen.

Dennoch ist der erste Schritt getan hin zu einer eigenständigen Mobilversion getan - das kann keine andere klassische Linux-Distribution von sich behaupten. Dementsprechend enthusiastisch äußerte sich Rick Spencer, leitender Ingenieur bei Canonical, zum Thema Convergence, also der gleichzeitigen Verfügbarkeit der Plattform für Smartphones, ARM-Server oder x86-Rechner.

Auf dem Desktop

Deutlich weniger spektakulär fallen die Änderungen für die Desktop-Variante von Ubuntu aus, da sich die Entwickler zur Zeit auf den Mobilbereich konzentrieren. Neuerdings bündelt eine so genannte Smart Scope die Ergebnisse von mehr als 50 Scopes, also Suchfunktionen für  Onlinedienste wie Wikipedia, Amazon, Google News und Flickr. Im Test funktionierte das nur eingeschränkt, die zurückgelieferten Ergebnisse besaßen mitunter wenig Relevanz. Die zwischengeschalteten Server sollen aber dazulernen, um sukzessive bessere Ergebnisse zurück zu liefern. Mark Shuttleworth möchte mit den Smart Scopes langfristig erreichen, dass die User über das Dash und mit Hilfe intelligenter Filter auf das Wissen der Welt zugreifen. Die Anfragen leitet Ubuntu über Canonicals Server und anonymisiert sie so - das schließt nun auch die Bilder ein.

Optisch wurde am Desktop gefeilt, die Icons beim Umschalten zwischen den Anwendungen sehen anders aus, das Hintergrundbild auch. Der Installer bringt nun ein Zusatzfenster mit, über das der User ein Profil für Ubuntus Cloud-Dienst Ubuntu One einrichten kann. Ein Indikator-Icon in der rechten oberen Ecke lässt die Benutzer ein anderes Tastaturlayout wählen. Libre Office ist mit einem Release Candidate der Version 4.1.2 an Bord, der aber alle Fixes enthalte. In Writer lassen sich Bilder rotieren, es gibt einen Generator für Fotoalben. Die Bildverwaltung Shotwell ist in Version 0.15 mit von der Partie.

Innere Einstellung

Unter der Haube arbeitet Kernel 3.11, Upstart ist in Version 1.10 dabei. Für Sicherheit sorgt App Armor, das mit Hilfe eines Tools einfacher Konfigurationen anlegen kann. Die Cloud-Umgebung Open Stack ist ebenso an Bord, die brandneue Version 2013.2, Codename Havana, ist heute erschienen. Das Service Orchestration Tool Juju wurde auf die Version 1.16.0 erhöht, Maas kommt in Version 1.4. Auch LXC hat Ubuntu 13.10 im Gepäck, allerdings in einer ersten Alpha-Version. Zur Virtualisierung kommen Qemu 1.5.0 und Libvirt 1.1.1 zum Einsatz, Ceph 0.67.4 bringt eine verbesserte Performance sowie Block-Device-Verschlüsselung mit.  

Wer noch mehr Details in Erfahrung bringen möchte, wirft am besten einen Blick in die Release Notes. In dieser finden sich auch die Links auf zahlreiche Ubuntu-Versionen, wozu die ARM- und Cloud-Builds ebenso gehören wie die Netboot- und Serverausgabe.

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