UDS-R: Nexus 7 mit Ubuntu

Nexus 7 mit Ubuntu
Nexus 7 mit Ubuntu

Tablet mit Ubuntu 12.04 und 12.10 - der aktuelle Status

Kristian Kißling
31.10.2012 Ubuntu auf dem Nexus 7 - das Thema scheint nicht nur bastelbegeisterte Anwender zu elektrisieren. Diverse Entwickler besuchten heute auf dem UDS-R eine Session, die Fragen und Antworten zum Nexus 7 sammelte.

Der deutsche Entwickler Oliver Grawert arbeitet federführend an diesem Projekt, er gab Auskunft zum aktuellen Stand des Projekts. Wer Grawert kennt, weiß, dass er sich eher mit dem Unterbau von Ubuntu beschäftigt. Für Ubuntu-Nutzer, die ein fertiges System erwarten, eignet sich das Ubuntu für Nexus 7 in absehbarer Zeit noch nicht. Die Entwickler interessieren sich vor allem für Bug Reports, die sich über das Tool ubuntu-bug abschicken lassen - auf diese Weise können auch normale Anwender helfen. Ohnehin wird das Nexus 7 wohl eher ein reines Entwicklerboard bleiben. Den Desktop habe man bisher kaum geändert und es gebe auch noch viele Bugs, gibt Grawert zu Protokoll. Die gute Nachricht: Android lässt sich nach dem Experimentieren wiederherstellen.

Nexus-7-Session auf dem UDS-R 2012

Zunächst zu den Baustellen: Der Touchscreen kann abstürzen und lässt sich mit den Fingern nur recht umständlich bedienen. Man sollte sehr langsam arbeiten, weil sich der Desktop andernfalls aufhängen kann. Die Schriftgröße lässt sich jedoch vergrößern. Der Sound funktioniert nach dem Hochfahren von Ubuntu nicht, dazu muss man das Gerät zunächst einmal in den Suspend-Modus schicken und wieder aufwecken - dann läuft es problemlos. Auch die meisten Sensoren laufen nicht, wobei die Frage steht, ob man diese jemals einsetzen kann. Aktuell prüft wohl die Rechtsabteilung von Canonical ob ihr Einsatz möglich ist. Die dazugehörigen Code-Blobs bietet Google öffentlich an, sie unterliegen jedoch bestimmten Restriktionen.

Oliver Grawert und sein Nexus 7 mit installiertem Ubuntu

Aktuell installiert sich Ubuntu in die Userdata-Partition und überschreibt den Kernel. Wer sich das System installieren will, sollte die vorhandenen Nutzerdaten zuvor sichern. Das Gerät hat keinen USB-Slot (nur einen USB-Port). Stattdessen lädt man aus einem PPA ein Shell-Skript mit Zenity-Pop-ups herunter. Das Skript installiert sich in den Launcher eines Ubuntu-Systems, dann schließt man das Nexus im Flash-Modus an und führt den Installer aus. Die Installation vollzieht sic vollautomatisch, das Entpacken des Images nach dem ersten Booten dauert etwa 10 Minuten und man erhält keine sichtbare Rückmeldung. Laut Grawert gibt es nur einen Standardbenutzer (ubuntu/ubuntu), richtige Images mit Daily Builds entstehen in den nächsten Wochen. Der USB-Creator soll dann eine Möglichkeit bieten, Images auf das Gerät zu kopieren.

Wer sich für das Thema interessiert, findet in diesem Wiki alle Informationen. Die in der Session entstandene Liste von Fragen und Antworten wird ebenfalls bald online gestellt. Oliver Grawert (ogra) lässt sich zudem im IRC-Chat #ubuntu-nexus7 zum Thema befragen.

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