Patentabkommen

Tuxera schreibt Exfat-Treiber für Linux

Tuxera schreibt Exfat-Treiber für Linux

Britta Wülfing
28.08.2009 Tuxera, das finnische Unternehmen hinter dem Open-Source-Treiber NTFS-3G, hat auf eigene Initiative ein Abkommen mit Microsoft zu ExFAT-Treibern abgeschlossen.

NTFS-3G ist ein freier NTFS-Treiber für Linux, FreeBSD, OpenSolaris und verschiedene weitere Betriebssysteme, mittlerweile in den meisten Linux-Distributionen enthalten. Im Jahr 2008 gründete der Projektleiter und Entwickler Szabolcs Szakacsits das Unternehmen Tuxera 2008 mit dem erklärten Ziel, mit ExFAT und NTFS-Treibern eine Plug-and-Play-Interoperabilität mit Windows zu bieten.

Dies scheint nun erreicht, denn mit dem jetzt abgeschlossenen Vertrag mit Microsoft erhalten die Entwickler Zugang zu den technischen Daten und Test-Tools des Microsoft-eigenen ExFAT-Treibers. Tuxera wird Linux-Treiber für OEMs anbieten, die ExFAT für die Flash-Speicher in zahlreichen Elektronikgeräten verwenden. Das Dateisystem Extended File Allocation Table, auch als FAT64 bezeichnet, hat Microsoft im Jahr 2006 mit Windows CE 6.0 eingeführt. Das System erlaubt Dateigrößen jenseits von 4 GibiByte, der Grenze für FAT32. Die SD Card Association, ein Verband der SD-Kartenunternehmen, hat das Microsoft-Dateisystem zum Standard für SDXC-Karten gewählt.

Ein Hauptbestandteil der Vereinbarung dreht sich um das geistige Eigentum, gleichzeitig wird Tuxera in das Händlernetz des Softwarekonzerns aufgenommen, laut eigener Einschätzung als "der erste unabhängige Software-Händler für ExFAT-Treiber". Seit einem Jahr hätten sie auf diesen Vertrag hingearbeitet, schreibt Mikko Välimäki, Chief Executive Officer bei Tuxera in seinem Blog. "Drei Tage Meetings und Reden", so beschreibt Valimäki die Verhandlungen in Redmond. Selbst Microsoft war offenbar über die Bereitwilligkeit der Open-Source-Unternehmer zum Patentabkommen erstaunt, wie es in dem Blog heißt: "Nachdem wir unterschrieben hatten, fragte jemand von Microsoft: 'Haben wir je so schnell einen Deal abgeschlossen?' 'Ich glaube nicht', war die Antwort."

Andere Open-Source-Vertreter sehen den Umgang mit Microsoft-FAT-Patenten weniger entspannt. Der Navigationsgeräte-Hersteller Tomtom beispielsweise musste sich zu dem Thema juristisch mit Microsoft auseinandersetzen, das Open Invention Network sammelt Prior Art für künftige Streitigkeiten, und Linux-Entwickler bemühen sich, jeglichen FAT-Code aus Produkten zu entfernen.

Die Tuxera-Manager jedenfalls jubeln über den Deal, und Technikchef Szakacsits schildert den Vorteil aus seiner Sicht: "Die Ergänzung von ExFAT zu unserem bestehenden NTFS-Portfolio ist der logische Schritt, unseren Kunden bei der Lösung ihrer Interoperabilitätsanforderungen bei Filesystemen zu helfen", so der Tuxera-Gründer. Über finanzielle Einzelheiten des Vertrags geben die Unternehmen nichts bekannt.

Ähnliche Artikel

Kommentare

Aktuelle Fragen

Admin Probleme mit Q4os
Thomas Weiss, 30.03.2015 20:27, 6 Antworten
Hallo Leute, ich habe zwei Fragen zu Q4os. Die Installation auf meinem Dell Latitude D600 verl...
eeepc 1005HA externer sound Ausgang geht nicht
Dieter Drewanz, 18.03.2015 15:00, 1 Antworten
Hallo LC, nach dem Update () funktioniert unter KDE der externe Soundausgang an der Klinkenbuc...
AceCad DigiMemo A 402
Dr. Ulrich Andree, 15.03.2015 17:38, 2 Antworten
Moin zusammen, ich habe mir den elektronischen Notizblock "AceCad DigiMemo A 402" zugelegt und m...
Start-Job behindert Bootvorgang, Suse 13.2, KDE,
Wimpy *, 20.02.2015 10:32, 4 Antworten
Beim Bootvorgang ist ein Timeout von 1 Min 30 Sec. weil eine Partition sdb1 gesucht und nicht gef...
Konfiguration RAID 1 mit 2 SSDs: Performance?
Markus Mertens, 16.02.2015 10:02, 6 Antworten
Hallo! Ich möchte bei einer Workstation (2x Xeon E5-2687Wv3, 256GB RAM) 2 SATA-SSDs (512GB) al...