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Tux unter Palmen

Jan Rähm
30.01.2008

Insgesamt 23000 Linux-Rechner sollen zukünftig philippinische Schüler in die Arbeit mit Linux einführen. Die ersten 13000 Rechner mit Fedora Core 5 laufen bereits, weitere 10000 Ubuntu-basierte Computer werden folgen. Das berichtet die australische Computerworld von der Konferenz Linux.conf.au. Dort hatte der unabhängige Open-Source-Berater Ricardo Gonzalez über den Einsatz von Linux und Open-Source-Software auf den Philippinen gesprochen.

Linux etablierte sich in dem südostasiatischen Inselstaat - der mit über 7000 Inseln den fünftgrößten Inselstaat der Welt bildet - nachdem die asiatische Finanzkrise 1997 überstanden war, es jedoch noch keine ausreichenden Mittel für teure Betriebssysteme und Computer gab. Ein weiterer Grund für den Erfolg des freien Betriebssystems war laut Gonzalez eine Initiative aus dem Jahr 2000. Damals hatte die philippinische Regierung mit Unterstützung Japans ein Initiative gestartet, um Universitäten mit 10000 Windows-Rechnern auszustatten. Das Projekt scheiterte. Gonzalez zufolge wusste niemand, wie mit den Rechnern umzugehen sei. Also überzeugte der Berater philippinische Unternehmen von den Vorzügen offener Software. Dann tat Microsoft einen weiteren Schritt, der Linux zugute kam: Die Redmonder starteten ihre Anti-Piracy-Politik auf den Philippinen und Gonzalez konnte der Regierung von einer freien und kostengünstigen Alternative berichten.

Das machte den Weg frei für den Einsatz von Linux an philippinischen Schulen. Das Unternehmen Advanced Solutions Inc. erhielt den Auftrag, jeweils 1000 Schulen mit je zehn Rechnern auszustatten. Auch Microsoft beteiligte sich an der Ausschreibung, unterlag aber mit dem Angebot, Windows für 20 US-Dollar und Office dazu für 30 US-Dollar abzugeben. Die Rechner mit Fedora Core 5 erwiesen sich als deutlich günstiger. Nebenbei wurde genug gespart, um weitere 3000 Computer für nochmals 300 Schulen zu beschaffen.

Der Erfolg brachte Advanced Solutions Inc. nach Abschluss des Auftrags gleich einen zweiten ein: Die Firma soll weitere 10000 Rechner an 1000 Schulen installieren - diesmal jedoch mit den Ubuntu-Derivaten Kubuntu und Edubuntu. Wahlweise sollen die Rechner auch die Content-Management-Systeme Joomla und Drupal mitbringen.

Die XO-Notebooks der Organisation One Laptop Per Child (OLPC) setzen die philippinischen Schulen nicht ein, da das Projekt die Klein-Laptops laut Gonzales nicht in ausreichender Zahl auf einmal liefern kann. Damit seien sie keine Alternative.

Den Erfolg des Programms wollen Gonzalez und seine Mitstreiter mit einer Studie messen, an der sie noch arbeiten. Als nächstes Zielobjekt hat der Berater die Universitäten des Landes ausgemacht. Diese seien noch zu sehr an Microsoft und damit an die proprietäre Welt gebunden. Auch ein Resümee zog Gonzalez am Ende: "Wenn Linux und Open Source Einfluss auf den Bildungsmarkt nehmen wollen, müssen sie Kurs- und Schulungsmaterial für Grund- und höhere Schulen liefern."

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