Linus Torvalds, eigentlich als recht öffentlichkeitsscheu bekannt, hat erneut ein Interview gegeben. Mit der australischen Ausgabe von ZDNet sprach der Vater des Linux-Kernels über Versäumnisse beim Energiesparen und wie der Kernel “grüner” werden soll.
Spätestens seit dem letzten Jahr gilt “Green IT” als eines der großen Schlagworte in der IT-Branche. Doch während Windows und Mac OS X bereits zahlreiche Energiesparmaßnahmen mitbringen, gehört Linux noch zu den Energieverschwendern. Das hat auch Linus Torvalds erkannt. In einem Interview mit ZDNet im Rahmen der australischen Linux-Konferenz linux.conf.au gibt er zu, dass Linux im Bereich Energiesparen in den letzten Jahren sehr schwach war. Er begründet den Umstand damit, dass Linux zunächst eine tragfähige Infrastruktur rund um die Kernel-Entwicklung fehlte.
Da man diesen Punkt erreicht habe, solle der Fokus nun auch stärker auf dem Energieverbrauch liegen. Torvalds sagt: “Wir haben die Anwendungen, um die Energieaufnahme zu messen. Wir können herauszufinden, wann der Verbrauch erhöht ist und vor allem warum. Vorher hatten wir es mit einer Blackbox zu tun.” Im Gespräch betonte er, dass der Linux-Kernel mittlerweile sehr stabil sei. Damit laste weniger Druck auf der Entwicklergemeinschaft: “Wir arbeiten daran, den Kernel-Code zu verbessern um ihn besser pflegen und leichter neue Funktionen einbringen zu können.”
Linux und Umweltschutz stehen seit letztem Jahr ganz oben auf der Prioritätenliste der Entwickler. Im Juni hatte die Linux Foundation die Initiative Green Linux ins Leben gerufen. Im diesem Rahmen stellte Intel das Tool “Powertop” vor, dass Stromverschwender in GNU/Linux-System aufspüren soll. Ebenfalls von Intel stammt das Energiespar-Projekt “Less Watts”. Linux-Größen wie Red Hat, Novell und Oracle kündigten bereits ihre Unterstützung an. Auch in Deutschland stoßen die Energiesparbestrebungen auf Interesse. Im Oktober 2007 diskutierten IT-Experten auf der Sustainable IT in Berlin die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit.




