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Torvalds: Verklagt uns doch, Microsoft!
Torvalds: Verklagt uns doch, Microsoft!

16.05.2007

Microsofts am Sonntag erhobenen Vorwurf, Linux und andere freie Software verletze 235 Microsoft-Patente [1], quittierte Linus Torvalds jetzt mit einer geharnischten Antwort: Redmond soll die Patente offenlegen, damit die Tatsachen vor Gericht geklärt werden können.

"Eine klare Benennung der fraglichen Patente würde entweder klar machen, dass Linux sie überhaupt nicht verletzt, oder ermöglichen, den beanstandeten Code umzuschreiben", sagte Torvalds. "Eigentlich ist es aber viel wahrscheinlicher, dass Microsoft Patente verletzt, als Linux.", kontert er zudem: Müsste der Code des Software-Riesen sich einer ähnlich kritischen Untersuchung unterziehen wie der von Linux, würde sich wohl herausstellen, dass Microsoft zahlreiche Patente anderer Firmen verletzt, glaubt Torvalds.

Dass es jemals zu einer gerichtlichen Klärung kommen könnte, bezweifelt er allerdings. "In dem Fall müsste Microsoft die fraglichen Patente klar benennen, und wahrscheinlich ist es ihnen lieber, weiter Verunsicherung zu verbreiten, als einen Prozess zu führen.", schätzt Torvalds die Interessenslage bei Microsoft ein [2].

Damit hat er vermutlich recht, wie Microsofts Vizepräsident für den Bereich "Intellectual Property and Licencing" Horacio Gutierrez dieser Tage indirekt bestätigte [3]. "Wir verklagen niemand -- hätten wir das gewollt, hätten wir es vor Jahren getan." Die Erwähnung der verletzten Patente sei nicht als Drohung gedacht gewesen, sondern solle nur ein existierendes Problem klarmachen: "Jeder muss verstehen, dass es hier ein wirkliches Lizenzproblem mit Linux gibt und dass eine Lösung gefunden werden muss.", präzisierte Gutierrez Microsofts Standpunkt.

Tatsächlich erhebt Microsoft bereits jetzt Linux-Patentgebühren von einigen Unternehmen, die das freie Betriebssystem in ihrer IT-Landschaft einsetzen. Bislang weigert man sich in Redmond aber beharrlich, die Namen der betroffenen Firmen oder die Höhe der Zahlungen zu nennen. Auch eine Nennung der zugrunde liegenden Patente lehnt Gutierrez kategorisch ab: "Wir werden öffentlich keine derart detaillierte Diskussion führen." Den betroffenen Unternehmen und Distributoren hätte man die Patente aber genannt.

Damit dürfte es auch weiterhin viel eher in Microsofts Interesse liegen, Linux-Anwender mit vermeintlichen Patentverletzungen zu verunsichern und abzukassieren, als eine gerichtliche Klärung der Vorwürfe zu erwirken. Davon hätte man in Redmond ohnehin nichts, glaubt Linus Torvalds: "Die Grundlagen der Betriebssystemtheorie stehen seit Ende der 60er Jahre praktisch fest. Die fundamentalen Dinge sind vor einem halben Jahrhundert erledigt worden und haben schon seit langem jeden Patentschutz verloren."

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Kommentare
Re: Torvalds: Verklagt uns doch, Microsoft!
Karsten Tröß, Montag, 21. Mai 2007 14:20:58
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Re: Torvalds: Verklagt uns doch, Microsoft!
A. Kneib, Donnerstag, 17. Mai 2007 16:10:52
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Re: Torvalds: Verklagt uns doch, Microsoft!
Jörg Luther, Freitag, 18. Mai 2007 11:52:24
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Re: Torvalds: Verklagt uns doch, Microsoft!
Harald Milz, Freitag, 18. Mai 2007 13:13:23
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Re: Torvalds: Verklagt uns doch, Microsoft!
Jörg Luther, Freitag, 18. Mai 2007 17:01:53
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Re: Torvalds: Verklagt uns doch, Microsoft!
Benjamin Quest, Samstag, 19. Mai 2007 17:55:37
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Re: Torvalds: Verklagt uns doch, Microsoft!
GoaSkin , Donnerstag, 17. Mai 2007 14:02:33
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Re: Torvalds: Verklagt uns doch, Microsoft!
Benjamin Quest, Freitag, 18. Mai 2007 09:12:36
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Re: Torvalds: Verklagt uns doch, Microsoft!
GoaSkin , Freitag, 18. Mai 2007 13:14:32
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Re: Torvalds: Verklagt uns doch, Microsoft!
Harald Milz, Freitag, 18. Mai 2007 13:03:19
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Re: Torvalds: Verklagt uns doch, Microsoft!
Benjamin Quest, Donnerstag, 17. Mai 2007 11:56:44
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Infos zum Autor

Jörg Luther

Jörg Luther

Jörg Luther arbeitet seit 1995 als IT-Journalist. Seine Vorliebe für das freie Betriebssystem lebt er privat in der LUG Erding und beruflich seit 2004 als Chefredakteur des LinuxUser aus.

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