Dritter Plasma-Summit

Tokamak III: Plasma-Hackertreffen in der Schweiz

Tokamak III: Plasma-Hackertreffen in der Schweiz

Marcel Hilzinger
09.09.2009 Letzte Woche trafen sich 15 Plasma-Entwickler aus der ganzen Welt im schweizer Kanton Wallis, um gemütlich in einem Chalet die Zukunft der grafischen Oberfläche von KDE zu diskutieren.

Eines der wichtigsten Tools für zukünftige Plasma-Entwickler und alle, die gerne Miniprogramme für den KDE-Desktop schreiben möchten, ist Plasmate. Mit der von Diego Casella programmierten grafischen Oberfläche lassen sich so genannte Plasmoids noch einfacher und schneller herstellen. Das Tool integriert dazu zum Beispiel Standardfunktionen wie Get Hot New Stuff, das Theme-Management oder den Zugriff auf Datenquellen.

Plasmate hilft beim Programmieren von Miniprogrammen für den KDE-Desktop.

Für eine verbesserte Sicherheit auf dem KDE-Desktop soll die vom GSoC-Student Nicola Gigante entwickelte Integration in PolicyKit sorgen. Seine Arbeit stellte der KDE-Entwickler Daria Freddi den Plasma-Entwicklern vor. Die Bibliothek KAuth soll demnach bei KDE-Modulen, die eine Authentifizierung benötigen, für die entsprechende Rechtevergabe sorgen. Zurzeit funktioniert die PolicyKit-Integration unter Linux und Mac OS, Unterstützung für Windows soll in Kürze folgen.

Auch auf ARM-Prozessoren

Während des Sprints testeten die Entwickler zudem Plasma auf einem "Mistery Device" genannten Gerät mit ARM-Prozessor. Obwohl zurzeit noch keine beschleunigten Grafiktreiber für das Gerät zur Verfügung stehen, ist die Performance von Plasma laut Artur Souza durchaus akzeptabel.

Neuer Widget-Explorer

Die Plasma-Designerin Ana Cecília Martins Barbosa entwarf im Rahmen ihres Google Summer of Code Projekts einen neuen Miniprogramm-Designer, der vor allem die Bedienbarkeit des aktuellen Dialogs verbessern soll. Der neue Widget Explorer soll Teil von KDE 4.4. werden, das im Januar 2010 erscheint.

Der neue Widget-Explorer im Stil von Mac OS X.


Ebenfalls Einzug halten in die nächste KDE-Version 4.4 soll die Plasma Netbook Shell, die von Marco Martin und Artur Souza entwickelte spezielle Oberfläche für Netbooks. Sie besteht zurzeit aus einer Oberfläche mit zwei Arbeitsbereichen, der zeitungsartigen Übersicht mit Neuigkeiten, dem Wetterbericht, Kalender und Post-Its, sowie dem Arbeitsbereich Anwendungen, der Zugriff auf die wichtigsten Programme bietet.

Neben der eigentlichen Hauptarbeit an der KDE-Oberfläche diskutierte das Plasma-Team auch mit Qt-Entwicklern und machte Vorschläge für Verbesserungen für das anstehende Release Qt 4.6, welches wiederum zahlreiche Performance-Verbesserungen und Vorteile in der Entwicklung von KDE-Programmen bringen soll.

Allgemeine Begeisterung

Sämtliche Teilnehmer zeigten sich begeistert von der herrlichen Umgebung im Wallis, dem Ausflug auf das kleine Matterhorn in unmittelbarer Nähe und den gemeinsamen Mahlzeiten am großen Tisch im Chalet Nachtigall alias "Plasmaniac Mansion".

Das Plasma-Team im schweizerischen Randa. Oben links Plasma-Guru Aaron Seigo (nicht zu verwechseln mit der geschnitzten Holzmaske).

Das Plasma-Treffen im kleinen Dorf Randa weckte auch die Neugier bei der lokalen Bevölkerung. Nachdem die Lokalzeitung Walliser Bote einen Artikel über den Organisatoren Mario Fux veröffentlichte, habe man auch ab und zu Besuch von Einheimischen bekommen, schreibt Sebastian Kügler in seinem ausführlichen Bericht zum Treffen.

Der führende Entwickler hinter Plasma, Aaron Seigo, beschreibt denn auch das Treffen als "längsten KDE-Sprint, an dem er je teilnahm" und sieht in erster Linie die Vorteile eines solchen Treffens: "Blicken wir auf das Resultat zurück, dann haben wir beachtliche Fortschritte gemacht über die komplette Desktop Shell hinweg."

Quelle: dot.kde.org

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Kommentare
Die Netbook Shell verstehe Ich nicht
Sturmflut (unangemeldet), Mittwoch, 09. September 2009 16:22:01
Ein/Ausklappen

Man kann den aktuellen Entwicklungsstand ja aus dem Kubuntu-Entwickler-Repository installieren. Die Netbook Shell ist dann einfach eine Konfigurationsdatei für Plasma die die Leiste nach oben schiebt und zwei Bereiche mit Applets auf den Desktop packt. Zusätzlich wird halt noch eine zweite Plasma-Ansicht eingerichtet auf der dann die Anwendungen laufen.

Das kann man sich auch jetzt schon manuell so hinkonfigurieren wenn man will. Habs auf meinem Acer Aspire One installiert, fand es nicht nützlich und unschön zu bedienen. Vor allem war irgendwie nie ganz klar wo denn nun meine gestartete Anwendung hin ist.


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