The Hacker's Choice gespalten

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Falko Benthin
06.09.2007

Die Sicherheitsspezialisten von The Hacker's Choice (THC) haben ihre Webpräsenz aufgrund der neuen Rechtslage in Deutschland in eine German- und eine Freeworld-Abteilung aufgeteilt. Da es der neue Paragraf 202c StGB verbietet, Sicherheitslöcher in Computersystemen zu untersuchen, aufzuzeigen sowie zu diskutieren und dadurch beiträgt, Sicherheitsspezialisten zu kriminalisieren, sei eine weitere Präsenz in Deutschland nicht mehr tragbar. Die deutsche Website enthält keinen direkten Link zum Freeworld-Inhalt, da auch dieser strafbar wäre.

THC ist eine unabhängige Non-Profit-Organisation, deren Mitglieder seit zehn Jahren Sicherheitslücken erforschen und aufdecken. Zusätzlich informieren sie Verbraucher und sensibilisieren Firmen für das Thema Sicherheit. Im internationalen Teil der Website gibt es die Möglichkeit, verschiedene Sicherheitstools wie THC-Hydra (Loginhacker) und THC-vlogger (Keylogger) herunterzuladen.

Ein deutsches THC-Mitglied über die Organsisation: "Wir sind äquivalent zu dem, was der ADAC für Autos ist. Wir garantieren, dass das, wo sicher draufsteht, auch sicher ist." "Es gibt kein Gesetz, das Firmen für unsichere Software verantwortlich macht. Überall kann 'virussicher' oder 'sicher' draufstehen, sogar, wenn das Produkt völlig unsicher ist", so eine andere Stimme.

Laut eigenen Aussagen ist THC die letzte von vielen Forschungsgruppen, die Deutschland verlässt.

Kommentare
Re: The Hacker's Choice gespalten
Gerhard Blaschke, Donnerstag, 06. September 2007 14:27:45
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Der Gesetzgeber spricht und der Markt reagiert:
Die Spezialisten für EDV-Sicherheit haben Deutschland lt. obigem Bericht schon verlassen.
Die Kompetenz und der Weitblick der Gesetzgebers erscheinen hier in einem interessanten Licht.
Durch den Hackerparagrafen soll wohl verhindert werden, dass sich jemand gegen den Bundestrojaner wehrt und die Lücke herausfindet, durch die er eingeschleust werden soll.
Macht sich das Innenmisterium nun selbst schuldig, wenn es einen Weg sucht, mit dem der Trojaner eingeschleust werden kann?
Ist dann jeder, der Massnahmen ergreift, den Trojaner abzuwehren, schon straffällig, auch wenn er gar nichts tut außer ein sicheres System zu verwenden, bei dem der Trojaner zufällig nicht greift?
Wie sieht es aus, wenn jemand gar keinen Internetanschluss hat?
Ist er damit schon der Behinderung von Behörden schuldig?
Oder sollte hier etwas ganz anderes erreicht werden, aber die Formulierung war zu blöde?
Wer schützt uns dann vor solcher Blödheit?
Herr Schäuble, diese Fragen warten auf Ihre Beantwortung

in freudiger Erwartung der Antwort
Gerhard Brandenburg


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Re: The Hacker's Choice gespalten
arebenti , Samstag, 08. September 2007 19:55:42
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Natürlich ist es nur Getöse. Entscheidend ist doch, dass bei der Interessenvertretung geschlafen wurde. Wenn man sich überlegt, dass auf so dünner Grundlage wie einer Europaratskonvention der Vorschlag verteidigt wurde! Man muss einfach einen bestimmten Teil seiner Kosten für Lobbyarbeit kalkulieren. Das Standardortargument ist ein bißchen naiv. Preaching to the choir. Das einzige, was man dabei riskiert, ist zu seinem eigenen Propagandaopfer zu werden.

Derzeit ist doch Sicherheit ein wichtiges Thema. Es gilt also die eigene Agenda in ein pro-Sicherheitsszenario zu framen. Und da haben IT-Sicherheitsexperten doch beste Vorraussetzungen. Entsprechend verpacken und man kann sich als Terrogewinnler zum Suppeholen anstellen und warten, bis was passiert und die Politiker reagieren *müssen*. Warum soll die Psychowaffe Terrorismus denn immer nur in den Abbau von Bürgerrechten oder Flugplatzunsinn politisch entladen werden?

Der Bundestrojaner ist selbst ein politischer Trojaner und ein sehr guter!


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Re: The Hacker's Choice gespalten
R. H., Donnerstag, 06. September 2007 13:52:20
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Nun ist es also doch soweit...Ich hielt das ganze immer noch für Gedöns.

Die "Ereignisse" von Gestern (05.09.07) und Herr Schäubles Ideen, die man nur als faschistisch hoch 10 bezeichnen kann, werden dann also ein neues Zeitalter einlärmen.
Der totalen Überwachungsstaates mit perfiderer Technologie und viel menschenrechts-verachtendenderen Methoden, als es die Nazis des 3. Reiches und die Stasi-Bonzen des Deutschen OstKommunismus je anwendeten.
Wozu wird hier noch über Freiheit, Recht und Ordnung gesprochen wenn der Staat sich höchst krimineller Mittel bedient und diese immer weiter ausbaut?

Wenn ich an Deutschland denke in der Nacht....

Leider fehlen mir die Mittel und Möglichkeiten, einfach abzuhaun.
Aber wenigstens gegen den Bundestrojaner kann ich etwas tun: Steig bald komplett auf ein ...nix-System um - da ist wenigestens etwas Sicherheit garantiert - die Distri- und Kernelhacker sind für mich weitaus vertrauensvoller als alle Deutschen Richter, Rechtsanwälte, Politiker und Beamten zusammengenommen....

Und Kompetenz und Fachkenntnis sucht man bei denen eh vergebens, aber darüber schweigt man sich ganz "un"auffällig aus...


[1] http://www.ccc.de/updates/2007/bkaterror



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