Telekom-Professor: Transparenz, nicht Offenheit bewegt den Mobilmarkt

Telekom-Professor: Transparenz, nicht Offenheit bewegt den Mobilmarkt

Droidcon-Auftakt

Die derzeit in Berlin stattfindende Konferenz Droidcon beschäftigt sich mit Googles Mobil-Linux Android. In seiner Keynote stellte Professor Kai Rannenberg das Open-Source-Projekt unter anderem Apples iPhone gegenüber.

Die Android-Plattform habe auf mobilen Geräten Vorteile durch die im Vergleich zum iPhone weniger restriktive Umgebung, erklärte Kai Rannenberg in seiner Keynote der Droidcon in Berlin. Professor Rannenberg hat die von der Telekom gestiftete Professur “Mobile Business and Multilateral Security” an der Goethe-Universität Frankfurt am Main inne. Welche Rolle dabei Open Source als Entwicklungsmodell spielt, sei aber noch nicht entschieden.

Die Konferenz, die nach ihrem Auftakt Ende vergangenen Jahres bereits das zweite Mal in Berlin stattfindet, lockte nach Angaben der Ausrichter mehr als 400 Entwickler und Marktbeobachter an, was in etwa einer Verdopplung der Teilnehmerzahlen vom letzten November entspricht. Die zweitägige Veranstaltung, die dem Zeitgeist entsprechend am ersten Tag ohne inhaltliche Organisation in einem so genannten “Bar Camp” ablief, ist unabhängig von Android-Mutter Google und bietet am zweiten Tag gut 30 Vorträge und eine kleine Ausstellung von einem Dutzend Anbieter von Produkten und Dienstleistung rund um die mobile Plattform.

In seiner Eröffnungsrede verglich der Professor Rannenberg die zwei aufstrebenden Smartphone-Systeme Android und iPhone: Sie seien die einzigen Teilnehmer in einem komplexen Markt, die noch Zuwächse im Marktanteil aufwiesen, zitierte er eine Studie. Demnach wächst Android um rund 4 Punkte auf über 9 Prozent Marktanteil, während Apple nur noch minimal wächst und rund 15 Prozent des Mobil-Kuchens sein eigen nennt. Alle anderen Teilnehmer, insbesondere Symbian, Blackberry und Microsoft Mobile, seien rückläufig.

Den Erfolg von Android sieht Rannenberg in erster Linie bei der Zugänglichkeit zur Plattform: Anders als Apple gängele Google Entwickler nicht so stark und zensiere etwa keine Apps in dem Anwendungsläden. Dabei räumt er aber auch noch leichte technische Schwierigkeiten ein, die dadurch entstünden, dass Android die Geräte mehrerer Hersteller unterstützen müsse. Das größte Potenzial liege aber im Vertrauen der Anwender und Entwickler. Gerade das müsse sich der Suchmaschinenbetreiber aber noch nachhaltig erarbeiten, gerät der doch durch Datenschutzfragen und Sammelwut immer stärker in den Fokus von Skeptikern. Ob Android durch seinen Einsatz von Open Source aus technischer Sicht in dieser Hinsicht schöpfen kann, sieht der Mobil-Experte als noch offen an. Wichtig sei, die Vorteile auch umzumünzen.

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