T@x 2007 nicht für Linux

Aufmacher News

Martin Holz
23.12.2006

Soeben teilte das Buhl-Support-Team mit, dass für das Veranlagungsjahr 2006 (also T@x 2007 Professional) Linux nicht unterstützt wird. Auf der Verpackung von T@x 2007 Professional fehlt die Angabe zur Linux-Unterstützung. Der Abonnent erfährt aber erst nach dem Einlegen der CD in einer Readme-Datei, dass die Linux-Version nicht (mehr) enthalten ist.

Eine Zeit lang schürte der Hersteller Buhl noch die Hoffnungen der Linux-Anwender, indem er ankündigte, dass ein Download zur Verfügung gestellt wird, sobald die akuten Probleme behoben würden. Das Problem liegt im Elster-Modul, welches nicht mir Wine zusammenarbeitet. Zitat aus der Usenet-Gruppe buhl.software.tax-linux:

Das Elster-Telemodul der Finanzverwaltung wird in der Version für das Steuerjahr 2006 einige technische Änderungen erfahren: sowohl die Datenbank- als auch die Druckerschnittstelle werden zukünftig mit neuen Technologien realisiert. Da das Elster-Telemodul der Finanzverwaltung ausschließlich für Windows entwickelt wird, ist derzeit unklar, ob die neue Software auch unter Linux funktionieren wird.Ob es dieses Jahr wieder eine Linux-Ausgabe von tax geben wird, ist abhängig von der Kompatibilität des neuen Telemoduls mit Linux und dem Emulator WINE, welche erst nach Release (Ende Dezember 2006) des Telemoduls geprüft werden kann.Aus den oben genannten Gründen kann derzeit leider keine Aussage über die Linux Version gemacht werden.

Jetzt gibt es konkretere Infos:

Bisherige Ausgaben von T@x waren mit dem Windows-Emulator Wine unter Linux lauffähig. Mit den aktuellen Programmversionen von Wine gibt es technische Schwierigkeiten, die im Quellcode von Wine zu beheben sind. Alle bisherigen Anstrengungen, auch unter Einbeziehung der Programmierer von Wine, waren jedoch vergebens.Für das Veranlagungsjahr 2006 ist daher keine Linux-Ausgabe der Software tax erhältlich.

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Kommentare
Re: T@x 2007 nicht für Linux
Dieter Drewanz, Donnerstag, 28. Dezember 2006 16:41:21
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Bei Elster steht noch, T@x unter Linux laufen würde, das gilt aber nicht für die neue Version 2007. Die Elster SW, speziell Elster Formular Freeware vom Finanzamt ist anscheinend auch nur für Win geschrieben. Interessant wäre dazu auch auf dem Elster Forum eine Diskussion, siehe unterer Link.

Vermutlich liegt es aber eher mehr daran, daß natürlich die aufrüttelnde Ergebnisse von PISA nicht nur in der Schule zu erzielen gewesen wären, sondern in jedem Bereich der Gesellschaft gemacht werden könnte (mich nicht ausgenommen, siehe Tippfehler). Nicht bei allen Behörden ist die IT-Fachkompetenz hoch anzusiedeln und mit Outsourcing der IT wird die Lücke nicht kleiner, sondern eher größer, da es dann natürlich noch weniger im eigenen Hause gibt, die etwas wissen und das von Außen kommende kritisch Beurteilen könnten. Im Zweifelsfall versucht man zwar einige IT-Berater zu bekommen, aber da die Behörde für diese nur B oder C Klasse Kunde ist, wirden diese sich kaum wegen zu großer Behördenfreundlichkeit das A Klasse Kundengeschäft mit der Industrie verscherzen, wo der größten Teil des Einkommens erzielt wird, denn die gehen dann zur Konkurenz, bzw wer für sie das bessere Gutachten abgeliefert hat. Das sind übrigens auch ganz normale Gesetze des Marktes.

Von einem wirklich guten SW Programmentwurf sollte als Stand der Technik angenommen wrden, daß dieser Betriebssystemunabhängig erfolgt. Der Sourcecode sollte diese Voraussetzungen ebenfalls erfüllen, wie auch die Datenbank, die ggf verwendet wird. Somit kann dann dem Compiler am Schluß mitgegeben werden für welche Platform das Programm (Binaries) ausgespuckt werden soll.

So erstellt, könnte ein Programm laufen unter Win98,NT,2000,2003,XP,Vista, MAC, Linux, Unix, Solaris. Übrigens bräuchte man sich dann auch nicht vor Vista fürchten, vor allem nicht vor höhen Portierungsaufwänden nach Vista. Man beachte, daß "Rosinen picken" aus den Konzepten der OpenSource auch für die Monokultur der MS Welt vorteilhaft ist. Daher würde ich mir bei Elster eine Entwicklung in diese Richtung wünschen. Allerdings muüßte auch ein Impuls in diese Richtung von den Finanzministerien der Länder und aus dem Finanzministerium des Bundes in diese Richtung kommen. Ansonsten hat es die Behörde schwer sich für etwas höhere Ersterstellungskosten mit geringeren Änderungskosten, genüber niedrigeren Einstiegskosten und höheren Folgekosten, zu entscheiden. Gemäß öffentliches Vergaberecht (jährlichkeit des Haushaltes) hat man sonst gewisse Begründungsprobleme.

T@x wäre das einzige Produkt gewesen, das unter Linux läuft, gemäß Liste auf der Seite von Elster. Es könnte auch sein, daß T@x den Teil den Sie von dem Elster-Projekt bekommen haben nicht mehr in Griff bekommen haben. Vielleicht gibt es dazu irgendwann noch eine Stellungsnahme (wäre etwas für eine Fachzeitschrift danach zu fragen). Zwar sind die Linux User noch eine Minderheit, aber bei der großen Zahl von Steuersoftwareanbietern hier sein Monopol aufzugeben, finde ich nicht so geschickt.

[1] http://www.elster.de/cgi-bi...cgi?ubb=get_topic;f=1;t=000802
[2] http://www.elster.de



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Re: T@x 2007 nicht für Linux
Markus Kempf, Mittwoch, 27. Dezember 2006 23:02:29
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In vielen Diskussionen wird nach den Gründen gefragt, warum es Linux nicht schafft, sich bei Otto Normalverbraucher gegen Windows durchzusetzen. Diese Meldung ist einer der Gründe: Es gibt damit kein einziges, professionelles Programm, mit dem man die aktuelle Steuererklärung unter Linux erstellen kann.

Als zufriedener Nutzer der bisherigen T@x-Versionen bin ich maßlos enttäuscht.


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Re: T@x 2007 nicht für Linux
Reinhard Holler, Dienstag, 26. Dezember 2006 19:58:32
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Schade, ich hatte mir T@x 2007 Professional eigentlich schon bestellt. Nachdem das jetzt unter Linux nicht lauffähig ist, habe ich die Bestellung storniert; wenn ich Windows benutzen muss, kann ich auch die Standard-Version nehmen, die nur einen Bruchteil kostet. Dass Wine Probleme mit dem Elster Modul hat, wäre mir dabei ziemlich egal gewesen, da ich das sowieso nicht nutze, sondern alles brav auf die Papierbögen drucke, was auch unter Linux bei den 2005er und 2006er-Versionen hervorragend funktioniert hat.


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