Nachdem inzwischen schon Entwicklerfirmen drohen, die PS3-Unterstützung einzustellen, wenn Sony nicht bald den Preis der Konsole senkt wird es wohl endlich höchste Zeit für eine billigere Revision. Hierzu weiss die Gerüchteküche inzwischen mehr: Nicht nur billiger und deutlich stromsparender, sondern auch 50% kleiner soll das im Herbst kommende Gerät sein. Eine höhere Integrationsdichte der Bauteile sowie Strukturshrinks des Cell-Prozessors auf 45 Nanometer (mit einhergehenden deutlich kleineren Kühlkörpern, die schon vor Monaten auf einer japanischen Messe erspäht wurden) sollen dies möglich machen. Darüberhinaus soll Sony auch einige sekundäre Dinge wie die berührungsempfindlichen Schalter oder den An/Aus-Schalter an der Rückseite weglassen. Die nun größeren Festplatten (120 und 250GB) sollen von vorne zugänglich sein, außerdem verbaut Sony nun angeblich ein billigeres Bluray-Laufwerk. Die sonstige Ausstattung ist identisch - mit einer Ausnahme: Die Unterstützung für andere Betriebssysteme ("OtherOS") soll angeblich auch entfernt werden. Inwiefern diese reine Software-Funktionalität die Herstellung der PS3 in irgendeiner Weise billiger machen soll, und wozu Sony das mit einer neuen PS3 und nicht einfach durch ein Firmware-Update bewerkstelligt, dazu kann die Gerüchteküche leider nichts sagen.
Linux für die PS3 war schon zum Start der Konsole verfügbar, ein absolutes Novum. Bisher war die Homebrew- und Linux-Community eine der treibenden Kräfte beim Knacken von Konsolen, um darauf Linux zu installieren - was dann meist auch den für Hersteller sehr ärgerlichen Nebeneffekt hatte, dass Spiele kopierbar wurden. Dadurch, dass Sony die Installation einer (eingeschränkten) Version von Linux vom Start weg ermöglichte, hielt man sich die versierten Linux-Knacker vom Leib. Und das Konzept scheint aufgegangen zu sein: Die PS3 ist die bisher einzige Konsole, deren Kopierschutz noch nicht geknackt wurde. Felix "tmbinc" Domke, der maßgeblich für das Knacken der Xbox 360 und den Twilight-Hack verantwortlich war, welcher Nintendos Wii-Konsole für Homebrew-Software, Linux - und später von anderen über einen Firmware-Hack eben auch für kopierte Spiele öffnete, sagte auf persönliche Nachfrage, wann denn die PS3 geknackt werden wird nur "Warum? Linux läuft doch schon darauf!".
Die sehr mangelhafte Unterstützung von PS3 Linux brachte Sony dann aber viel Kritik aus der Community ein. Hierbei geht es nicht nur um die 3D-Fähigkeiten des Grafikchips, die unter Linux bis heute nicht genutzt werden können. Auch dass Sonys einziger Linux-"Beitrag" seit Integration der OtherOS-Option ein Firmware-Update war, der das Ausnützen eines Bugs im Framebuffer zur Nutzung der Grafikbeschleunigung des Nvidia-Grafikchips patcht, ist vielen sauer aufgestoßen. Es gab keine Linux-Entwickler-Unterstützung, keinen Beispiel-Quellcode, um bei der Optimierung diverser Linux-Programme für die ungewöhnliche Cell-CPU zu helfen und keinerlei sonstige Verbesserungen. Sonys amtlicher Linux-Partner Yellow Dog hat sich zumindest bemüht, eine für die PS3 optimierte Version von Linux zu erstellen, das Problem des mit 256MB sehr knapp bemessenen Hauptspeichers bekämpfte die inzwischen vom japanischen Cell-Spezialisten Fixstars übernommene Firma in YDL 6.1 durch eine sehr schlanke Distribution, die zusätzlich den ungenutzten Teil des 256MB-Grafikspeichers wenigstens als Swap verwendet - wenn schon der Grafikchip ansonsten effektiv nicht nutzbar ist.
Im Heimbereich erfreut sich PS3-Linux nur begrenzter Popularität, aber im wissenschaftlichen und universitären Bereich genießt die PS3 mit Linux als sehr günstige Cell-Entwicklungsplattform oder als Cluster-Node eine gewisse Popularität.
Ob das Gerücht wirklich stimmt und wenn ja, aus welchen Gründen Sony sich zum Entfernen der OtherOS-Option entschließt, werden wir spätestens im Herbst wissen.



