Standards für ein Desktop-Linux

Aufmacher News

Max Jonas Werner
18.10.2005

Die Free Standards Group [1] und deren Linux-Standard-Base-Arbeitsgruppe (LSB) [2] haben das Linux Standard Base Desktop Project gegründet. Zusammen mit Partnern wie Adobe, IBM, Intel, Trolltech und Xandros will das Projekt Linux für Desktops fitmachen und vor allem Entwicklern das Leben erleichtern.

Mit der Standardisierung von grundlegenden Bibliotheken wie denen des Gimp-Toolkits (GTK) oder der XML-Bibliothek Libxml soll Linux der Durchbruch auf dem Desktop gelingen. Anwendungsentwickler sollen sich in Zukunft so wenig wie möglich um Inkompatibilitäten zwischen Distributionen oder verschiedenen Bibliotheksversionen kümmern müssen. Momentan kämpfen sich die meisten Programmierer durch einen wahren Dschungel an Abhängigkeiten und kompilieren ihre Applikationen für jede Distribution einzeln.

Obwohl die erste LSB-Desktop-Version sowohl die Gnome-Bibliotheken als auch Trolltechs Qt (Basis von KDE) abdecken soll, ist nicht sicher, ob Qt den Lizenzanforderungen der Linux Standard Base entspricht. Die Verantwortlichen arbeiten jedoch bereits an einer Lösung dieses Problems. Da Trolltech am Desktop-Projekt beteiligt ist, stehen die Chancen gut, dass Qt den Gnome-Libs in der Standardisierung Gesellschaft leistet.

Die ersten Ergebnisse der Bemühungen sind für den Anfang des nächsten Jahres geplant. Von da an soll es auch ein Zertifizierungsprogramm geben, das Desktop-Programme auf Kompatibilität zu den Richtlinien testet.

Firmen und Entwickler sind eingeladen, sich an der Arbeits des Projekts zu beteiligen. Im Wiki verschaffen sich Interessierte einen ersten Einblick.

Kommentare
Re: Standards für ein Desktop-Linux
Christian Stamitz, Freitag, 21. Oktober 2005 22:11:30
Ein/Ausklappen

Da bin ich doch sehr skeptisch. Zum einen was die Zertifizierung betrifft, zum anderen hier einer Organisation aus den Vereinigten Staaten als Forum zu installieren. Meiner Ansicht nach wird das Thema ohnehin überall jetzt diskutiert und da müssen die Distributoren zusammenkommen und die Entwickler der Desktopprojekte. Ein paar gemeinsame Desktopkonferenzen können Wunder bewirken.

"...ist nicht sicher, ob Qt den Lizenzanforderungen der Linux Standard Base entspricht."

So etwas zum Beispiel lässt nicht gerade hoffen. Durch die US-Zentrierung vermute ich eine Unterrepräsentierung von KDE/qt und eine Verzerrung.

"Von da an soll es auch ein Zertifizierungsprogramm geben, das Desktop-Programme auf Kompatibilität zu den Richtlinien testet."

So etwas entspricht meiner Ansicht nicht dem Prinzip Offener Standards.
Wenn eine Organisation kontrolliert, was kompatibel ist und was nicht, dann ist das immer fragwürdig. Vor allem, weil damit ja auch Geld gemacht werden will. Die Teilnehmer zahlen also für einen Standardisierungsprozess und dann noch mal drauf für die Zertifizierung.


Bewertung: 185 Punkte bei 29 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht
-
Re: Standards für ein Desktop-Linux
Kevin Krammer, Sonntag, 23. Oktober 2005 00:26:01
Ein/Ausklappen

Ein paar gemeinsame Desktopkonferenzen können Wunder bewirken

Absolut! Allerdings ist das auch orthogonal, eine funktionale Zusammenarbeit und eine garantierte Schnittstelle sind beide von Vorteil.

So etwas zum Beispiel lässt nicht gerade hoffen.

Ich gehe eher davon aus, daß sich das lösen läßt. Die LSB würde sich da selber keinen Gefallen tun, weil sie dann weniger ISVs dazu bringen, LSB kompatible Software zu machen.
Soweit ich das verstanden habe, wird an einer neuen Formulierung der Lizenzrichtlinie gearbeitet, die das Verwenden von dual-lizenzierten Alternativen zuläßt.

Wenn eine Organisation kontrolliert, was kompatibel ist und was nicht, dann ist das immer fragwürdig

Ich habe das eher als eine Art Service verstanden, also eine externe Prüfung der Kompatabilität. Ein Hersteller kann auch selbst testen und sich darauf verlassen, aber Firmen stehen bei solchen Sachen oft auf externe Zertifizierung.


Bewertung: 194 Punkte bei 27 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht
Re: Standards für ein Desktop-Linux
Kevin Krammer, Dienstag, 18. Oktober 2005 23:53:30
Ein/Ausklappen

Obwohl die erste LSB-Desktop-Version sowohl die Gnome-Bibliotheken als auch Trolltechs Qt (Basis von KDE) abdecken soll

Soweit ich informiert bin sind zu diesem Zeitpunkt bzw für diese Version der LSB keine Desktop Libs inkludiert, sondern maximial die beiden Haupttoolkits.


Bewertung: 154 Punkte bei 35 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht

Aktuelle Fragen

Windows 8 startet nur mit externer Festplatte
Anne La, 10.09.2014 17:25, 4 Antworten
Hallo Leute, also, ich bin auf folgendes Problem gestoßen: Ich habe Ubuntu 14.04 auf meiner...
Videoüberwachung mit Zoneminder
Heinz Becker, 10.08.2014 17:57, 0 Antworten
Hallo, ich habe den ZONEMINDER erfolgreich installiert. Das Bild erscheint jedoch nicht,...
internes Wlan und USB-Wlan-Srick
Gerhard Blobner, 04.08.2014 15:20, 2 Antworten
Hallo Linux-Forum: ich bin ein neuer Linux-User (ca. 25 Jahre Windows) und bin von WIN 8 auf Mint...
Server antwortet mit falschem Namen
oin notna, 21.07.2014 19:13, 1 Antworten
Hallo liebe Community, Ich habe mit Apache einen Server aufgesetzt. Soweit, so gut. Im Heimnet...
o2 surfstick software für ubuntu?
daniel soltek, 15.07.2014 18:27, 1 Antworten
hallo zusammen, habe mir einen o2 surfstick huawei bestellt und gerade festgestellt, das der nic...