Gegen UEFI/Secure Boot

Spanische Linux-Nutzer verklagen Microsoft

Spanische Linux-Nutzer verklagen Microsoft

Tim Schürmann
27.03.2013
Die spanische Hispalinux, eine Vereinigung von Linux-Anwendern, hat gegen Microsoft Beschwerde bei der Europäischen Kommission eingereicht. Grund ist die „Sperrvorrichtung“ UEFI/Secure Boot.

Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Laut Hispalinux sei UEFI/Secure Boot „faktisch ein technisches Gefängnis für Betriebssysteme […] das Microsofts Windows-Plattform noch weniger neutral als ohnehin schon macht.“ Dem Rechtsanwalt und Hispalinux-Vorsitzenden Jose Maria Lancho zufolge verhindere dies den Wettbewerb und sei schlecht für alle Benutzer und die europäische Software-Industrie.

Microsoft beruft sich gegenüber Reuters darauf, dass UEFI ein Industriestandard sei. Man sei gerne bereit, weitere Fragen zu beantworten, aber auch zuversichtlich, dass Microsofts Vorgehen gesetzeskonform sei und dabei helfen würde, die Sicherheit bei den Kunden zu erhöhen. Ein Sprecher des EU-Wettbewerbskommissars Joaquín Almunia hat sich gegenüber Reuters nicht zu diesem Thema geäußert.

Hispalinux ist mit 8000 Mitgliedern die größte spanische Vereinigung für Linux-Anwender. Die Beschwerde umfasst insgesamt 14 Seiten und wurde der Europäischen Kommission offiziell am Dienstag um 9 Uhr übergeben.

UEFI/Secure Boot soll den Startvorgang besser gegen Schadsoftware schützen. In der Praxis müssen derzeit Betriebssysteme, die bei aktiviertem Secure Boot starten möchten, ihren Bootloader von Microsoft signieren lassen. Diesen Weg geht unter anderem der Bootloader Shim.

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