Linux für Alle!

Mensa der Uni Heidelberg - Erfolg garantiert!
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SommerSpezial in Heidelberg

Viktoria Schubert
21.09.2011 Dies ist ein Bericht über meine Erlebnisse im Rahmen der Aktion "SommerSpezial 2011", meine Aktionen fanden alle in Heidelberg statt. Ich selbst nutze seit ein paar Jahren Linux und habe Erfahrungen mit openSUSE, Ubuntu und Sabayon gesammelt.

Im Rahmen des Sommer-Spezials der Linux-Community erhielt ich 300 Ubuntu-CDs zugeschickt, sowie einen Stapel Poster, Postkarten und Visitenkarten – das ultimative Paket für jeden Linux-Begeisterten mit der Ambition, anderen Menschen dieses Betriebssystem und die Philosophie dahinter näher bringen zu wollen! Große Pläne hatte ich – am liebsten einen Fernsehspot drehen und ganz Deutschland würde zu Linux umsteigen – aber so wirklich ausgereift kam mir das dann doch nicht vor und ich entschied mich die Menschen lieber direkt anzusprechen, da das einfacher ist, um Fragen direkt zu beantworten und auf jeden Interessierten eingehen zu können. Das ist ein bisschen wie „Wahlkampf machen“, denn als Vertreter möchte man auch nicht nur theoretisch für ein Produkt werben, sondern ganz real vor den Leuten stehen. Somit stand mein Entschluss fest: Ab auf die Straße und für die Verbreitung meines Lieblings-OS kämpfen!

Die Planung gestaltete sich dann etwas komplizierter, denn ich brauchte noch einen geeigneten Standort, an dem viele potentielle Anwender vorbeikommen. Da ich erst seit kurzem in Heidelberg wohne, mir aber durchaus die bevölkertste Zone der Stadt bekannt war, bezog ich kurzerhand einen ersten Standort in der Hauptstraße in der Altstadt. Doch das entpuppte sich relativ schnell als nicht gerade optimale Position, denn viele Touristen schienen konzentriert auf der Suche nach der nächsten Eisdiele und nicht an den Vorzügen meiner Ubuntus interessiert. Das heißt natürlich nicht, dass ich dort erfolglos war: besonders ein paar Jugendliche, die noch nie etwas von Linux gehört hatten, waren sehr fasziniert. Auffällig war dabei die Begeisterung für den Live-CD-Modus, schließlich bietet es die Möglichkeit, erst einmal ausgiebig testen zu können, bevor man vor vollendeten Tatsachen steht. Nach den Spielen unter Linux wurde auch gefragt – Freizeitbeschäftigungen sind nunmal wichtig! Und wer genießt da schon nicht gerne die neuesten „Games“? Allerdings kann ja auch jeder, der ein spezielles Programm nicht mit Wine o.Ä. zum laufen bekommen hat, Linux auch neben dem gewünschten anderen Betriebssystem installieren und so ohne Einschränkungen den Computer weiter nutzen – nur mit dem entschiedenen Vorteil, dass da dann auch Linux benutzbar ist! Aber gut – zurück zum Thema: Verwundert war ich von der Aussage „Alle Linux-Nutzer sind Hacker“, wo dieses Klischee herkam, das weiß ich ehrlich nicht! Trotzdem freut es mich auch, ein paar dieser Vorurteile aus der Welt räumen zu können.

Trotzdem war ingesamt der Anteil der Abnehmer und Überzeugten trotz der strahlenden Sonne in der Fußgängerzone zwischen den Bergen und dem Neckar doch recht überschaubar, sodass der Entschluss reifte, einen Standortwechsel zu vollziehen und dort Position zu beziehen, wo der prozentuale Anteil der tatsächlichen Nutzer unter den Vorbeikommenden höher sein könnte.

Meine Überlegung war, dass man am besten einen Standort wählt, der eine hohe Zahl von aufgeschlossenen PC-Nutzern hat, die am besten schon einmal von Linux gehört haben, aber sich noch nie getraut haben, Linux tatsächlich auszuprobieren oder sich schlicht noch nicht eingehender mit der Thematik beschäftigt haben. Nach meinen Erfahrungen in der touristischen Altstadt schien nun die konsequente Folgerung ein Umzug auf den Campus der Universität Heidelberg nördlich des Neckars, der zu großen Teilen von Studierenden der Naturwissenschaften und Medizin belebt wird. Da momentan noch vorlesungsfreie Zeit ist, waren zwar leider noch nicht ganz so viele Studentinnen und Studenten anwesend, aber diejenigen, die schon wieder an der Universität sind, die kommen mittags alle zur Mensa: das Ziel meiner Pläne.

So bezog ich erst draußen vor dem Gebäude Stellung – immerhin war bei blauem Himmel und Sonnenschein das Wetter einfach viel zu klasse, um einfach innerhalb der vier Wände zu sein. Und ich muss sagen: der Standort war genial, ich kam kaum nach mit dem Verteilen, so viele Interessierte kamen vorbei und wollten über Tipps und Tricks der Installation sowie Vor- und Nachteile informiert werden. Auch der mitgebrachte Fragenkatalog war vollkommen anders, das ging von „Funktioniert denn da auch Firefox und Microsoft Word?“ bis zu „Und in welcher Programmiersprache ist das geschrieben?“ - allein daran merkte man schnell den Unterschied der Interessensgruppen. Teilweise herrschte aber noch die Angst vor, man müsse unter Linux alles per Kommandozeile machen, was wohl einige von einer bisherigen Nutzung abhielt. Meiner Erfahrung nach ist das aber alles eine Gewöhnungs- und Geschmackssache, sodass ich einige überzeugen konnte, die CD einfach mal ins Laufwerk zu legen und auszutesten, ob das nicht auch langfristig eine schöne Sache wäre, auf dem Rechner installiert zu haben.

Nun gilt es für mich natürlich noch ein Fazit zu ziehen und dabei muss ich natürlich nun Unterschiedliches bemerken. Zum einen war es erstaunlich, wie die Standortposition den Erfolg beeinflusst, denn generell ist Linux für Studenten bzw. junge Leute tatsächlich zu einem Begriff geworden, zumindest den Namen hatten auf dem Campus alle schon einmal gehört. Andererseits sind die potentiellen Anwendungsgebiete dieser Nutzer auch verschieden; die Studierenden waren an sich schon eine recht technikaffine Gruppe - verglichen mit den angesprochenen Altstadt-Touristen und Einwohnern, daraus erwachsen natürlicherweise dann auch die unterschiedlichen Ansprüche, die diese Nutzer an ihr Betriebssystem stellen. Das zeigt aber auch, welch hohen Ansprüchen ein System gewachsen sein muss, da die Erwartungshaltungen so stark differieren.

Meine Schlussfolgerung aus diesen Beobachtungen ist maßgeblich, dass ich gerade die Freiheiten bei Linux und die Möglichkeit des Einbringen persönlicher Wünsche, Verbesserungen oder Neuentwicklungen als Schritt in die richtige Richtung betrachte. Allerdings ist zur weiteren Verbreitung weiterhin eine aktive Teilnahme der Community erforderlich, denn es besteht immer noch ein großes Potential für steigende Linuxuser-zahlen. Somit warte ich wohl auf das Sommerspezial 2012, um wieder meine Begeisterung in die Welt tragen zu können!

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