Gemeinsam auf den Mond

Software der Apollo 11 war Open Source

Software der Apollo 11 war Open Source

Tim Schürmann
23.07.2009 Ohne Computer wäre eine Landung auf dem Mond unmöglich gewesen. Die Software des Bordcomputers der Apollo 11-Raumfahrzeuge entstand sogar in einem relativ offenen Entwicklungsprozess.

Als am 21. Juli 1969 Neil Armstrong als erster Mensch den Mond betrat, sahen ihm mehrere Millionen Menschen gebannt zu. Für den Bordcomputer interessierten sich jedoch nur wenige. Obwohl er nach heutigen Maßstäben lediglich die Leistung eines Taschenrechners besaß und viele seiner Funktionen hart verdrahtet waren, geriet seine Programmierung zu einer kleinen Herausforderung. Noch nie zuvor mussten Ingenieure ähnliche Anforderungen und Probleme lösen. Funktionieren konnte dies nur mit einem Entwicklungsmodell, das heutiger Open Source Software ähnelt.

In einem kleinen Rückblick anlässlich des 40. Geburtstags der Mondlandung zitiert die Internetseite Linux.com den ehemaligen NASA-Mitarbeiter John „Jack“ Garman. Er war vor dem Start von Apollo 11 maßgeblich an den Tests und der Verbesserung der Software beteiligt, später während des Flugs überwachte er das System. Laut seiner Aussage war der Programmcode für alle Mitarbeiter der NASA und deren enge Vertragspartner öffentlich zugänglich. Ähnlich wie bei heutigen Open Source Modellen konnte ihn jeder einsehen und Verbesserungen vorschlagen. Im Gegensatz zu Linux durfte jedoch nicht jedermann eigenmächtig Änderungen einbringen.

Die Software wurde zunächst noch mittels Lochkarten programmiert, die dann von Mainframes in stundenlanger Rechenzeit in Binärcode übersetzt wurden. Anschließend überprüfte das Flight Control Team die Ergebnisse in Simulationen. Die dabei auftauchenden Fehler wurden dann wieder von den NASA Ingenieuren des Kontrollzentrums (Mission Control Center) durch entsprechende, kleine Änderungen ausgemerzt oder umgangen. Das gesamte Vorgehen ähnelte laut Garman dem heutigen Open Source-Modell, das allerdings auf die NASA und ihre direkten Vertragspartner beschränkt blieb. Dank entsprechender Verträge mit den Zulieferern hatten die NASA Mitarbeiter zudem vollen Zugang zum Programmcode, sie konnten ihn also nach ihren eigenen Bedürfnissen anpassen.

Wer sich näher für die Programmierung des Apollo Guidance Computer (kurz AGC) und dessen Bedienspult namens DSKY (Display and Keyboard Unit) interessiert, kann mittlerweile auch unter Linux auf freie Emulatoren, wie den VirtualAGC zurückgreifen, der sogar den originalen NASA-Code ausführt.

Ähnliche Artikel

Kommentare
Quellcode auf Google Code
Tim Schürmann, Donnerstag, 23. Juli 2009 22:54:43
Ein/Ausklappen

Mittlerweile wurden nun auf Google Code Teile des Quellcodes der Steuerungscomputer veröffentlicht:
http://googlecode.blogspot....ions-40th-anniversary-one.html


Bewertung: 224 Punkte bei 49 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht

Aktuelle Fragen

Fernwartung oder wartung im haus
heide marie voigt, 29.06.2015 10:37, 0 Antworten
gerne hätte ich jemanden in Bremen nord, der mir weiter hilft - angebote bitte mit preis HMVoigt
Druckeranschluss DCP-195C
heide marie voigt, 29.06.2015 10:35, 1 Antworten
installiert ist linux ubuntu 15.04 offenbar auch der treiber für den Drucker DCP-195C. Die Konta...
keine arbeitsleiste beim einloggen
heide marie voigt, 27.06.2015 13:31, 0 Antworten
seit der neu-installierung von linux ubuntu 15.04 erscheint die arbeitsleiste rechts oben erst na...
raid platte an linux mint 17.1
andreas schug, 23.06.2015 19:44, 0 Antworten
folgende thematik NAS Iomega Storage Center wird auf einmal nicht mehr im netzwerk erkannt .....
SUSE 13.2 - Probleme mit kmail
kris kelvin, 03.06.2015 13:26, 2 Antworten
Hallo, nach dem Umstieg auf 13.1 hatte ich das Problem, daß kmail extrem langsam reagierte. Nun...