So tickt die Opensuse-Community

So tickt die Opensuse-Community

Anika Kehrer
12.12.2007

Ein norwegischer Student ergründet unternehmenseigene Open-Source-Communities am Beispiel von Opensuse. Dafür hat er einen Fragebogen an Opensuse-Listen geschickt, dessen Ergebnisse jetzt vorliegen.

Die Umfrage von Jan Fredrik Stoveland untersucht Motivation und Einstellung aktiver Mitglieder einer Community, die finanziell von einer Firma getragen wird. Der Fragebogen ist Teil einer umfangreicheren Studie, die erst im Juni 2008 fertig sein wird. Der Fragebogen ist mit sechs Fragen nicht besonders lang, ermöglicht aber durch mehrere Multiple-Choice-Antworten auf eine Frage und freie Text-Antworten interessante Einblicke. Zwischen Oktober und November beantworteten 281 Opensuse-Entwickler und -Nutzer offene Fragen (zum Beispiel "Was könnte in der Opensuse-Community besser sein?") oder nahmen zu Aussagen Stellung (zum Beispiel "Ich denke, dass Novell eine Open-Source-Firma ist").

Beispielsweise war für fast 50 Prozent kein Grund für ihre Teilnahme an der Opensuse-Community, dass sie in der Community viele Freunde hätten. Fast 60 Prozent bejahten stattdessen die Begründung, dass Opensuse die beste Linux-Distribution sei. Andere weitgehend bejahte Aussagen waren, viel zu lernen und Unterstützung zu bekommen (48 Prozent) und die anderen Community-Mitglieder sowie die Novell-Angestellten bei Opensuse zu respektieren (jeweils 43 Prozent). Fast die Hälfte glaubt nur bedingt, dass Novell eine Open-Source-Firma sei. Über ein Drittel lehnte die Aussage ab, dass Novell und Opensuse für sie äquivalent seien. Und über die Hälfte (55 Prozent) will nicht, dass Opensuse das von der Farbe Rot dominierte Design der Firma Novell übernimmt.

Stoveland hatte eine Einladung zu der Umfrage an mehrere Opensuse-Mailinglisten geschickt und sie am 26. Oktober in der News-Sektion von Opensuse.org gepostet. Die Einladung erging an die Mailing-Listen Project, Factory, Buildservice, Translation, Wiki und Main. 281 Community-Mitglieder kamen der Einladung nach. Die Ergebnisse in Rohform (PDF, 42 KByte) präsentiert der Norweger auf acht Seiten.

Zu der Frage, wie repräsentativ oder verlässlich die Ergebnisse seien, nimmt der Master-Student an der Universität Oslo in seiner kommentierten, 12-seitigen Lang-Version der Ergebnisse (PDF, 93 KByte) ausführlich Stellung. Demnach sei wahrscheinlich, mit den Umfrageteilnehmern hauptsächlich aktive Opensuse-Community-Mitglieder auf den genannten Listen erreicht zu haben, und deswegen sei es auch wahrscheinlich, dass die Ergebnisse auf eine größere Gruppe aktiver Opensuse-Community-Mitglieder zutreffen.

Die Ergebnisse können aber laut Stoveland vor allem deswegen nicht auf alle aktiven Opensuse-Community-Mitglieder verallgemeinert werden, weil die Auswahl der untersuchten Gruppe nicht repräsentativ war: Nicht alle aktiven Community-Mitglieder können über die Listen erreicht werden.

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