Service-Roboter mit Linux

Service-Roboter mit Linux

Aido wartet auf Vorbesteller

Tim Schürmann
16.03.2016 Die amerikanische Firma Ingen Dynamics nimmt derzeit Vorbestellungen für einen knapp ein Meter großen Service-Roboter entgegen, der Familien im Haushalt zur Seite stehen soll. Sein Gehirn läuft mit einem angepassten Ubuntu, Android sowie weiterer quelloffener Software.

Das wie ein überdimensionaler Nassrasierer aussehende Gerät kann sich über eine große Kugel an der Unterseite durch das Haus bewegen. Die Steuerung erfolgt über ein Touch-Display, in seinem Kopf enthaltene Sensoren sowie Sprachbefehle.

Aido soll seine Besitzer vor allem unterhalten und informieren: So kann der Roboter den Wecker ersetzen, Kochrezepte vorschlagen, mit einer Fitness-App als Personal Trainer fungieren oder über seine eingebauten Kameras das Haus überwachen. Des Weiteren kommuniziert Aido mit anderen Geräten im Haus und kann so etwa automatisch das Licht ausschalten. Der Roboter lässt sich zudem mit einem derzeit 199 Dollar teuren HD-Projektor ausstatten, so dass er auch als Beamer beziehungsweise Unterhaltungszentrale fungiert.

In Aido stecken gleich drei ARM-Prozessoren. Veröffentlichte Bilder lassen vermuten, dass als Basis ein Raspberry Pi dient. Der Roboter kommuniziert über WLAN 802.11b/g/n, Bluetooth sowie die Protokolle ZigBee, Z-Wave und BLE. Des Weiteren stehen 5 USB-Ports bereit, die Kontrolle kann zudem über eine Infrarotfernbedienung erfolgen. Die Hauptkamera löst mit 5 Megapixeln auf, zwei weitere unter anderem am Tablet mit 0,3 MP, während eine Infrarotkamera mit 1 MP auflöst. Das am Kopf befestigte Display ist 7 Zoll groß und bietet eine Auflösung von 800 mal 400 Pixeln. Die eingebaute Batterie soll bis zu 8 Stunden halten. Der komplette Roboter wiegt knapp 8 kg.

Im Hirn von Aido laufen gleich zwei Betriebssysteme: Die Basis bildet die Linux-Distribution OpenAido, die wiederum auf Ubuntu aufsetzt. Gleichzeitig läuft auf dem Roboter ein Android-System, so dass sich herkömmliche Android-Apps starten lassen. Über ein Software-Development-Kit können Entwickler die Fähigkeiten des Roboters in eigenen Apps nutzen.

Ingen Dynamics sammelt derzeit auf Indiegogo Geld für die Produktion einer ersten Marge. Der dabei geforderte Betrag von 75.000 Dollar wurde bereits um 477 Prozent übertroffen. Um einen Aido zu erhalten, muss man momentan mindestens 549 Dollar zahlen. Spezielle Ausstattungsmerkmale kosten extra. Später soll der Aido regulär 699 Euro kosten. Die Auslieferung der ersten Geräte soll im Oktober 2016 beginnen.

Interessenten sollten allerdings bedenken, dass sie die Produktion vorfinanzieren und eine Lieferung nicht garantiert ist – wie beim Tablet-PC von Jolla geschehen.

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Kommentare
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