Sechskern-Chip von AMD

Sechskern-Chip von AMD

Istanbul-Opteron früher als erwartet

Daniel Kottmair
02.06.2009 Ursprünglich war er fürs zweite Halbjahr 2009 angekündigt, aber dank gut laufender 45-Nanometer-Fertigung in Dresden bringt AMD ihn jetzt schon: Den Sechskern-Opteron Istanbul.

Istanbul ist AMDs erster Sechskern-Chip, er soll direkt mit Intels schon länger erhältlichem Sechskern-Dunnington-Xeon konkurrieren. Im Vergleich zu diesem hat der Opteron den großen Vorteil, dass er einen integrierten Speichercontroller besitzt. Intels Core i7-basierende Xeons für Vier- und Acht-Sockel-Systeme stehen noch aus, momentan prügeln sich bei Intel beim Speicherzugriff noch alle sechs Kerne um einen Frontsidebus. Mit "HT Assist" hat AMD ähnlich wie Intel eine neue Technik integriert um überflüssigen Cache-Snooping Datenverkehr zwischen den Kernen zu reduzieren, dies kostet allerdings 1 Megabyte des 6 Megabyte großen gemeinsamen L3-Caches. Die verbesserte Effizienz macht dies allerdings mehr als wett, schon im Februar zeigte AMD Demosysteme mit Istanbul, die beim Stream-Benchmark im Vergleich zum Quadcore-Vorgänger Shanghai statt 25 Gigabyte pro Sekunde satte 42 bewegten.

AMD verspricht eine um 34 Prozent höhere Performance pro Watt als beim schon relativ sparsamen Vorgänger. Ersten Tests zufolge kann AMD bei Vier- und Acht-Sockel-Systemen die Leistung gehörig verbessern und hält dort die Leistungskrone. Nicht so gut sieht es bei den Zwei-Sockel-Systemen aus, für die Intels Core i7-basierende Nehalem-Xeons bereits verfügbar sind, hier scheint Intel leistungsmäßig weiterhin klar führend zu sein - trotz weniger Kerne (8 statt 12).

Der primär für Vier- und Acht-Sockel-Systeme gedachte Prozessor ist pinkompatibel zum Vorgänger und kann einfach in bestehende Socket-F-Systeme mit LGA1207 eingesetzt werden, auch der Stromverbrauch ist dank 45nm-Strukturshrink genauso hoch wie beim Quadcore-Shanghai. Neu ist jedoch die Unterstützung für das deutlich schnellere Hypertransport 3.0, welches die Motherboards dann aber auch unterstützen müssen. Hypertransport 3.0 bietet mehr als dreimal soviel Bandbreite im Vergleich zum bisher in Opteron-Systemen genutzten Hypertransport 1.1 von 2002.

AMD bietet den Chip auch in einer Zwei-Socket-Variante mit 2.2, 2.4 und 2.6 GHz (Opteron 2427/2431/2435) an, für $455, $698 und $989 Listenpreis. In der 8400-Serie für Vier- und Acht-Sockel-Systeme sind nur zwei Modelle verfügbar, der 2.4-GHz-Opteron 8431 und der 2.6-GHz-Opteron 8435, für $2149 respektive $2649.

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