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Schnupperkurs für Kernel-Entwicklung

Nils Magnus
23.04.2008

Ein Stelldichein von Linux-Hackern war die Vortragsreihe Open Source Meets Industry (OSMI) auf der Hannover Messe Industrie. Nach dem Auftakt von Alan Cox, erläuterte Andrew Morton den Entwicklungs- und Qualitässicherungsprozess.

Nachdem Linus Torvalds eine Kernelversion veröffentlicht habe, wie kürzlich mit 2.6.25 geschehen, öffne sich für zwei Wochen ein so genanntes Merge-Window, erläuterte Morton. In dieser Zeit reichen Betreuer von Subsystemen ihre Änderungen ein. Danach schließe Torvalds das Fenster wieder und gäbe über zwei Monate regelmäßig Release-Kandidaten heraus, in denen sukzessive Fehler behoben werden.

Morton führte aus, dass er praktisch die Rolle des Maintainers für eine Reihe von Subsystemen einnehme, für die kein Verantwortlicher identifizierbar sei, etwa für den Embedded-Bereich. Rund hundert Subsysteme seien aktiv betreut und reichten bislang ihre Änderungen bei dem von ihm Betreuten "mm"-Repository ein, sagte Morton. Diese Aufgabe soll in Kürze Stephen Rothwell übernehmen. Morton hofft, sich dann nur noch um die individuell per E-Mail eingereichten Patches kümmern zu müssen, die nach seinen Angaben immerhin 15 Prozent der Änderungen ausmachen. Obgleich sich durch dieses Verfahren die Zeitspanne auf gut vier Monate verlängere, bis tatsächlich neuer Code in einen stabilen Linux-Kernel einfließe, pries der Kernel-Maintainer das Verfahren als stabil an.

In einem weiteren Beitrag stellte Greg Kroah-Hartmann seine Vision vor, Linux auf jeder erdenklichen Hardware zu unterstützen. Er stellte die These auf, dass Linux die meisten Peripheriegeräte, Erweiterungskarten und CPUs aller jemals entwickelten Betriebssysteme unterstütze. Der Maintainer des Basis-Treibers und des USB-Subsystems hatte öffentlich angeboten, für jede Hardware Linux-Treiber zu entwickeln, für die Hersteller zumindest Dokumentation bereitstellen. Über 300 Entwickler hätten sich bei der Initiative gemeldet, um zu helfen. "Gegenwärtig habe ich Schwierigkeiten, alle zu beschäftigen", freut sich Kroah-Hartman über den Erfolg. Im Zuge dessen ruft er auch dazu auf, selbst für exotische Geräte Treiber beim Kernel-Team zu melden, da sich oft Synergieffekte für andere Entwickler ergeben würden.

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