Fernwartungs-Software Teamviewer nun auch für Linux
Remote-Control-Software für Linux, MacOS und Windows
Die mit der neuen Version 5 laut Hersteller aufgrund großer Nachfrage seit heute auch für Linux verfügbare Software ermöglicht den einfachen Remote-Zugriff auf andere Rechner über das Netz. Voraussetzung dafür ist, dass auf diesen ebenfalls der Teamviewer läuft, wobei alles in einem Standalone-Programm vereint ist, eine spezielle Client- oder Server-Version gibt es nicht.
Die Gegenstelle gibt die eindeutige ID und das Passwort des Client-Rechners ein (das auf Wunsch auch beibehalten werden kann, im Normalfall wird es jedoch bei jedem Start neu erzeugt). Durch einen der weltweit verteilten zentralen Anmeldeserver im Internet, der die mit 256 Bit verschlüsselte UDP-Verbindung zwischen den beiden Parteien initiiert, gelingt der Remotezugriff ohne Port-Forwarding auch über Router und Firewalls hinweg. Nur wenn etwa ein Proxy-Server oder eine Firewall mit Content-Filter dies unmöglich macht, läuft der Transfer über die Teamviewer-Server. Bemerkenswert ist dabei die Geschwindigkeit, sogar über Modem-Verbindungen lassen sich Fremdrechner fernwarten. Der deutsche Softwarehersteller hat in Version 5 die Kompression sogar noch deutlich verbessert, so dass nun noch weniger Daten über die Leitungen wandern.
Das auf einer angepassten WINE-Version basierende Programm funktioniert im Kurztest einwandfrei und bietet eine Vielzahl an integrierten Funktionen, die für Fernwartung relevant sein können, beispielsweise Richtungswechsel, Rechner-Neustart, einen simulierten Strg-Alt-Entfernen-Tastendruck oder einfach nur sehr komfortablen Dateitransfer zwischen den beiden Rechnern. Selbst der Mehrfach-Login auf einem gemeinsamen Rechner ist möglich, etwa für Schulungszwecke, um mehreren Anwendern gleichzeitig etwas zu demonstrieren. Hierfür ist auch die VoIP-Chat- und die Videochat-Funktion nützlich, die unter Linux bislang allerdings nur in Empfangsrichtung funktioniert, per V4L angebundene Linux-Webcams werden noch nicht unterstützt. Löblicherweise setzt Teamviewer hierfür auf freie Codecs: Speex für Audio, Theora für Video. Ein paar Einschränkungen gibt es bei der Linux-Version noch: Die Whiteboard-Funktion, womit die User gemeinsam auf eine Tafel malen können, geht noch nicht, ebenso gibt es noch keine VPN-Unterstützung. Ein X-Server ist Pflicht, Virtuelle Konsolen überträgt das Programm nicht.
Da die Softwareschmiede das Programm auch für Windows und Mac OSX zum Download bereitstellt, erreicht der Linux-Anwender damit auch diese Systeme per Fernzugriff -- oder kann von diesen aus ferngewartet werden. Auf Wunsch zeichnet das Programm via Screencast die Arbeit auf dem fremden Rechner auf. Nach Anmeldung auf der Produkseite steht dem Interessierten darüber hinaus der Zugriff mit dem Webbrowser auf Rechner zur Verfügung, auch eine iPhone-App existiert.
Teamviewer stellt DEB- und RPM-Pakete für Linux in Version 5.0.8206 zum Download bereit, auch ein X64-DEB-Paket und eine einfache tar.gz-Version, die völlig ohne Installation auskommt, existiert. Das Programm ist für Privatanwender kostenlos, für kommerzielle Nutzung bietet Teamviewer Lizenzen an.



