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Schmusekurs bei Microsoft geht weiter

Redmond verkündet: "Wir lieben Open Source"

24.08.2010 In einem Interview umarmt erneut ein Manager von Microsoft die Community. Die Zeichen scheinen sich zu wandeln, aber es bleibt die Frage, wie nachhaltig die Veränderung ist in einem Markt, in dem es um Milliarden geht.

Hoppla, die älteren unter uns mögen sich noch gut daran erinnern, wie Steve Ballmer einst Linux als Krebsgeschwür bezeichnete. Jetzt schlägt der für Interoperabilität zuständige Manager, Jean Paoli, ganz andere Töne an. In einem Interview mit der Network World gibt er zu, dass es ein Fehler war, alle Open-Source-Technologie unter dem Namen Linux zu verallgemeinern. Er ließ sich sogar zu der Aussage hinreißen: "Wir lieben Open Source".

Ganz so viel Euphorie bricht bei den Anhängern freier Software nicht aus. Immerhin gab auch in jüngerer Zeit noch genügend verbales und juristisches Sperrfeuer gegen Microsoft. Und so lässt auch ein Absatz in der Mitte des Beitrag erahnen, dass die Erkenntnis nicht aus innerer Überzeugung kam, sondern auf Druck von außen: "Wir verstehen, dass unsere Kunden heute eine gemischte IT-Strategie fahren", so Paoli.

Trotz der gemischten Gefühle hat sich in einigen Projekten bereits eine rege Zusammenarbeit zwischen Microsoft und der Community entwickelt. Beispielsweise pflegen Entwickler des Unternehmens den Sourcecode für einige Treiber im Linux-Kernel. Anfangs lief die Zusammenarbeit hier etwas schleppend, mittlerweile sei er aber mit der Arbeit sehr zufrieden, so Greg Kroah-Hartman, der das Projekt betreut. Er möge auch das Zitat von Paoli, aber seine Meinung stehe nicht stellvertretend für die gesamte Open-Source-Community.

Für Microsoft stellt tatsächlich zunehmend die Frage, ob die alte Konzernstrategie noch funktioniert. Den Rang als wertvollstes Unternehmen hat es mittlerweile an Apple verloren, und der Druck der Kunden wird immer spürbarer.

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Kommentare
Better than Apples
jscurtu (unangemeldet), Donnerstag, 26. August 2010 13:37:51
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Ich betrachte sowas mit gemischten Gefuehlen.. Trotzdem ich finde Microsoft definitive humaner als die Technik Sekte Apple Inc. Microsoft muss definitive mehr offen legen, wie .net unter GPL\ APL\ LGPL ... Dann wuerde ich solche aussagen als legitime betrachten!




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Die Evolution macht keinen Halt in Redmond
Christian Berg, Dienstag, 24. August 2010 16:59:15
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Das Microsoft jetzt OpenSource liebt, ist meiner Meinung nach maßlos übertrieben. Es werden aber dennoch immer mehr offene Projekte in die Firmenkultur dort integriert. Beispiele:

Es gibt angeblich sehr deutliche Anzeichen das der DNS-Server in Windows 2000 ein Fork von BIND8 ist/war.

Im letzten Jahr musste Microsoft den Quelltext eines seiner kleinen Tools offen legen, weil der Entwickler GPL Code darin wiederverwendet hat.

Wie oben erwähnt betreut Microsoft ein paar Kernel Module, welche die Zusammenarbeit mit ihrerer virtuellen Maschine verbessern. Diese liegen so weit ich weiß unter der GPL.

Ein Freund von mir hat mir begeistert erzählt das er im neuen Visual-Studio viel leichter dynamische Formulare erstellen kann. Dank .net und jQuery.

Ich wollte es zu erst nicht glauben. Microsoft setzt auf jQuery, anstatt das selbe "Windows Only" nach zu schreiben. Die Firma nutzt mittlerweile nicht nur offene Software, sie gibt sogar schon etwas zurück. Das hätte ich mir im Jahr 2000 nicht vorstellen können.


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