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Totgesagte leben länger

Rätselraten um SCO-Käufer

19.06.2009 Bei der Anhörung am Montag im Insolvenzverfahren von SCO tauchte überraschend ein potenzieller Käufer für das bankrotte Unternehmen auf. Pamela Jones von der Juristenplattform Groklaw grübelt nun, wer dem ehemaligen Linux-Unternehmen einen Rettungsring zuwirft.

Mit dem Urteil im November 2008, das die umstrittenen Rechte an Unix dem Unternehmen Novell zusprach, schien das Schicksal des finanziell angeschlagenen Konzerns SCO endgültig besiegelt. So jedenfalls dachte auch Pamela Jones, die die Juristenplattform Groklaw im Mai 2003 gründete, um den rechtlichen Streit zu verfolgen und zu dokumentieren. Fast sechs Jahre später sah sie im Januar 2009 ihre Plattform am Ziel und überlegte, welche Aufgabe es noch gäbe „(...) Groklaw hat alles erreicht, was ich erreichen wollte.“ Im Insolvenzverfahren am Montag wurde erwartet, dass das Unternehmen nach amerikanischer Rechtsprechung von Chapter 11 - entsprechend dem deutschen Gläubigerschutz - in Chapter 7 überführt werden und damit für bankrott erklärt würde. Buchstäblich in letzter Minute zauberte SCO eine Vereinbarung aus dem Hut, nach der es einen Käufer für die Unix-Rechte gäbe.

Die Entwicklung ruft Pamela Jones natürlich wieder auf den Plan, die dem Kaufangebot auf den Grund gehen will. Sie findet Widersprüche in der Berichterstattung: „Je mehr Information hereinkommen, umso weniger klar ist mir, wer genau der mögliche Käufer ist.“ Als Käufer wird der Investor Gulf Capital Partners genannt, eine „Limited Liability Company“, kurz:LLC, vergleichbar mit einer GmbH. Nach Groklaws Recherche ist das Unternehmen jedoch nicht in die Register in Delaware eingetragen.

Auch der bezeichnete Vorsitzende des Unternehmens, Stephen L. Norris, ist den Prozessbeobachtern nicht unbekannt: Bereits am 14. Februar wird in den Gerichtsunterlagen ein Übernahmeangebot dokumentiert. In den Protokollen wird ein weiterer Name als Verhandlungspartner genannt: der britische Geschäftsmann, Eric LeBlan. Laut Groklaw-Recherche Direktor der UBS-Bank Saudi-Arabien. Auch die Journalistin Maureen O'Gara vermutet in einem Artikel zu dem Thema, dass die 2,4 Millionen US-Dollar für das Unix-Geschäft aus Saudi-Arabien kommen sollen. Jones kommt zu dem Schluss: „Wenn sie damit in irgendeiner Hinsicht Recht hat, hört sich das so an, als wäre das nur der alte Deal neu aufgewärmt.“

Kommt der Deal zustande, könnte der gesamte Unix-Rechtsstreit in einem Berufungsverfahren wieder aufgewärmt werden. Und Groklaw würde die Fortsetzung der unendlichen Geschichte zweifellos wie gewohnt akribisch dokumentieren.

Kommentare
Der Soundtrack....
Christian Berg, Sonntag, 21. Juni 2009 10:49:19
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Der Passende Soundtrack ist ja schon geschrieben:
http://www.youtube.com/watch?v=3khTntOxX-k

Damit SCO die Unix Rechte verkaufen kann, müssen Sie diese ja besitzten. Da die Gerichte noch immer nicht Novell, oder SCO die UNIX Rechte eingeräumt haben, müss dieser Fall geklärt werden, bla....

Wer zahlt eigentlich die Gerichtskosten für SCO, nach dem diese komplett Bankrupt sind? Der U.S. Steuerzahler, oder?



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Hui, der passende Deckel!
Christof Kälin, Samstag, 20. Juni 2009 22:43:04
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Wenn ich die zwei Worte in einem Satz vernehme: SCO und UBS, da steigt mir ein wohliges Schauern den Rücken hinauf...


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