Python 3.0 mit zahlreichen Änderungen

Python 3.0 mit zahlreichen Änderungen

"Vergeßt alles, was über Unicode und Binärdaten zu wissen glaubt."

Britta Wülfing
04.12.2008 Die Entwickler der freien Programmiersprache Python haben offiziell die Version 3.0 zum Download freigegeben.

Die Version 3.0, die auch unter dem Namen Python 3000 oder Py3K bekannt ist, bringt zahlreiche Änderungen im Vergleich zur Vorgängerversion 2.6. Eine wesentliche Neuerung schicken die Entwickler in ihrer Auflistung voraus: Es ist die erste Version, die „absichtlich nicht rückwärtskompatibel“ ist. Eine Art Begründung liefert Guido van Rossum gleich nach: "Es gibt mehr Änderungen als in einer typischen Release, und mehr, die für alle Anwender wichtig sind." Lange bekannte Auswüchse und lästige Vorgehensweisen wären bereinigt worden, so die Entwickler, und eine Menge überflüssiger Code sei beseitigt worden. Auf einer eigens dafür eingerichteten Seite stellt das Projekt wesentliche Änderungen vor und listet zahlreiche Beispiele auf.

Neben zahlreichen Syntaxänderungen und Hinweisen zu Änderungen an den Libraries gibt es einige grundsätzliche Änderungen. Beispielsweise ist print() in Python 3 eine Funktion, nicht mehr ein „Print Statement“. Hierbei ersetzen Keyword-Argumente die meisten der bisherigen Syntax-Ausdrücke; auch hierzu gibt es zahlreiche Beispiele. Einige bekannte Schnittstellen (APIs) produzieren nicht mehr Listen, sondern Ansichten und Iteratoren. Einem Kapitel widmen die Entwickler umfangreiche Erklärungen, übertitelt mit „Text versus Daten statt Unicode versus 8-bit“. Hier heißt es: „Alles, was Du bisher über Binärdaten und Unicode zu wissen glaubtest, hat sich geändert.“ Die bisherige Philosophie habe sich entscheidend geändert, und als Konsequenz muss nach Überzeugung der Entwickler „ziemlich aller Code, der Unicode, Enkodierung oder Binärdaten nutzt, geändert werden.“ Das dies eine Änderung in die richtige Richtung darstellt, ist für das Projekt unstrittig, denn damit konnten zahlreiche Fehler behoben werden, die in den Versionen 2.x für Ärger sorgten.

Weil die Entwickler vermuten, dass zahlreiche Anwender direkt von Version 2.5 auf 3.0 aktualisieren, gibt es auf der Webseite eine eigene Abteilung mit Änderungen. Zusätzlich sollten die Betroffenen auch die Hinweise zur Version 2.6 lesen. Für die Portierung von Python-Quellcode von Version 2.5 oder 2.6 findet sich am Ende der Webseite eine genaue Anleitungsempfehlung. Die Autoren raten davon ab, Quellcode zu schreiben, der unverändert unter Python 2.6 und 3.0 gleichzeitig läuft und verweisen auf die Alternativempfehlung. Für die Portierung von C-Extensions nach Python 3 wurde eine eigene Webseite eingerichtet.

Ausführliche Informationen, eine Online-Dokumentation sowie Python 3 stehen in verschiedenen Varianten auf der Projektseite zum Download zur Verfügung.

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