Protest gegen Comcasts P2P-Regulierung

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Kristian Kißling
18.02.2008

Der Protest gegen die Unterdrückung von Bittorrent-Traffic durch den amerikanischen Provider Comcast (wir berichteten) nimmt zu. Nicht nur überprüft die amerikanische Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) die Vorwürfe gegen Comcast, am letzten Dienstag brachten die Abgeordneten Ed Markey (Demokraten) und Chip Pickering (Republikaner) zudem einen entsprechenden Gesetzesentwurf ein. Der so genannte "Internet Freedom Preservation Act" setzt sich für einen offenen und gleichberechtigten Internetzugang aller Teilnehmer ein. Die Telekommunikationsanbieter sollen dabei alle Daten gleich behandeln und nicht nach Inhalten unterscheiden. Zudem soll die FCC eine Studie über die Offenheit und Freiheit des Internets starten.

Einige große amerikanische Kabel- und Telekommunikationsunternehmen - darunter Comcast - würden hingegen gern die Dienste zahlender Kunden bevorzugen und ihnen mehr Bandbreite einräumen. Zur Zeit bremst und blockiert der Internetprovider Comcast die Übertragung von Dateien über das Bittorrent-Netzwerk. Er verteidigt die Maßnahme mit dem Argument, man verwalte das Netzwerk im angemessenen Rahmen und FCC-konform, um allen Kunden eine gute Erfahrung mit dem Internet anzubieten.

Bei einer Aufhebung der Netzneutralität befürchten Kritiker, dass die Provider Dienste von Partnerfirmen bevorzugen und die Inhalte der Konkurrenz ausbremsen. Die Befürchtungen sind nicht ganz unbegründet. In der Vergangenheit blockierten amerikanische ISPs wie AOL und Telus - laut einem ZEIT-Artikel - bereits Webseiten und E-Mails, die sich kritisch mit den Zielen der Provider beschäftigten.

Die Open Internet Coalition versammelt mittlerweile Firmen, die sich gegen die Aufhebung der Netzneutralität engagieren, darunter große Anbieter von Inhalten wie Google, Amazon und Ebay. Comcasts Bittorrent-Bremse torpediert bereits jetzt die Geschäftsmodelle kleinerer Firmen und Projekte. Dazu gehört etwa Vuze, das TV-Shows über den Bittorrent-Client Azureus verteilt. Auch den freien Webvideo-Abspieler Miro betrifft die Blockade, da er zum Download der Videos auf das Bittorrent-Protokoll setzt.

Sollten sich die wenigen großen amerikanischen Provider durchsetzen und etwa Bittorrent-Transfers einschränken, beträfe das auch verschiedene Open-Source- und Freie-Software-Projekte. Diese bieten ihre Software mittlerweile häufig in Form von Torrents an. Auch neue Versionen von Linux-Distributionen lassen sich am schnellsten über das Torrent-Netzwerk herunterladen.

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