Polizeigewerkschaft fordert Einsatz freier Software

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Kristian Kißling
19.11.2007

Wie der Berliner Tagesspiegel berichtet, fordert der Landesverband der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) von der Behörde, Linux statt Windows einzusetzen. Zum einen hänge sich Windows häufig auf, zum anderen könne man das eingesparte Geld als Weihnachtsgeld an die Beamten auszahlen.

Neben den Abstürzen bemängelte der stellvertretende Berliner DPolG-Chef Helmut Sarwas, dass die Aufnahme von Anzeigen mit dem derzeitigen System "Poliks" zwischen 30 und 90 Minuten dauere.

Er schlug vor, die Millionen an Lizenzkosten einzusparen und eines der zahlreichen freien - von der EU lizensierten - Betriebssysteme einzusetzen. Mit den Einsparungen könne die Polizei das gestrichene Weihnachtsgeld ihrer Beamten ersetzen.

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Kommentare
Re: Zehnfingersuchsystem
Gregor Gallmayr, Dienstag, 20. November 2007 10:48:48
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Tja, also, was soll man zu der Meldung sagen?
Dafür, dass die Polizeisoftware schwer zu bedienen ist, kann ja nun das Betriebssystem nicht die Bohne.

Das klingt für mich, als sei die Polizeigewerkschaft auf das typische "Linux ist besser als Windows"-Geschwafle hereingefallen.




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Re: Polizeigewerkschaft fordert Einsatz freier Software
GoaSkin , Montag, 19. November 2007 18:20:04
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Also ich weiss nicht, was ich von der Polizeigewerkschaft halten soll. Da es Polizisten per Gesetz untersagt ist, ihre Meinung öffentlich zu äußern soll versucht man üer den Umweg Polizeigewerkschaft entsprechende Lobbyarbeit zu betreiben. Ich habe jedoch schon von mehreren Polizisten erfahren, daß die Stimmen der Polizeigewerkschaft oft weit von dem entfernt ist, was die Masse derer, die den Beruf ausübt wirklich denkt und zugleich auch keinen Realitätsbezug zum Berufsalltag hätten. Man kauft es dabei auch den Pressesprechern nicht ab, daß sie diesen gut kennen.

Häufig betreibt sie Lobbyarbeit für neue Verbote und Verschärfungen, die nichts weiter bewirken, als daß die Beamten sich einen enormen Zeitaufwand mit der Bearbeitung von Kleinstdelikten befassen müssen und die Aufklärung komplexer Straftaten darunter leidet (aktuell vertritt z.B. ein Sprecher in NRW die Forderung, die Möglichkeit zum Absehen von Strafe bei kleinen Drogendelikten abzuschaffen, wobei die BTM-Verfahren schon bei aktueller Gesetzeslage ein eigentlich zu hoher Aufwand sind.

Nach Wegen zu suchen, wie man ein entfallenes Weihnachtsgeld wieder finanzieren kann verkauft sich bestimmt genauso gut bei den Angestellten wie eine Linux-Migration in der Öffentlichkeit. Ehrlicherweise muß man aber sagen, daß wenn das Programm Poliks langsam arbeitet, auch dieses Programm das primäre Problem ist. Dadurch, daß auf den Rechnern ein anderes Betriebssystem läuft ist noch keine Alternative zu Poliks da. Ein neues System hat nicht nur seine Entwicklungskosten sondern es kann auch niemand garantieren, daß es letzendlich besser arbeitet. Unter Umständen gibt es hinter her kein eingespartes Geld mehr sondern was zum draufzahlen bei verlängerung der Bearbeitungszeit. Wir erinnern uns noch alle an staatlich initiierte Großprojekte wie das Maut-System oder die ALG2- Software. In beiden Fällen wurden sehr viele Entwickler für sehr teures Geld beschäftigt, die dennoch sehr lange für die Umsetzung einer Lösung brauchten, die große Macken zeigte und nicht den Anschein hatte, als wäre diese von vielen Köpfen gut durchdacht worden. Wer sagt denn, daß es diesmal besser läuft?


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OT: 'Re: Polizeigewerkschaft fordert Einsatz freier Software'
Ulf B., Montag, 19. November 2007 19:56:52
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Ist zwar etwas "off topic" aber ich denke nicht ganz uninteressantes Thema.

Hi,

das Maut System ist ein schlechtes Beispiel. Denn es hätte eine schon recht fortgeschrittene Lösung gegeben. Nur weil man bei der Vergabe nicht das richtige Konsortium gewählt hatte, ist es zur miesehre gekommen, und nicht weil es Staatlich initiiert wurde.

Ich denke eher das es auch sehr stark an der Vergaberichtlinie liegt. Hier "müssen" die billigsten Anbieter genommen werden und es gibt keine Offenlegungspflicht. Das können andere Länder wie z.B. die Schweiz besser. Dort müssen normalerweise alle Angebote offen gelegt werden, so dass die Konkurrenten schon die Differenzen herausstellen können. Außerdem gibt es zum Anti-Dumping eine Klausel, die es erlaubt den zweitgünstigsten Anbieter zu nehmen. Wäre das generell hier dt. auch Pflicht, würden wir sicher insgesamt eine menge Geld sparen.

Ciao
Ulf




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Re: OT: 'Re: Polizeigewerkschaft fordert Einsatz freier Software'
GoaSkin , Montag, 19. November 2007 23:27:45
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Aufgrund von politischer Erfahrung kenne ich noch ganz andere Bereiche, wo eine ähnliche Problematik besteht wie beispielweise bei Ausschreibungen für die Durchführung von Nahverkehrslinien oder soziale Arbeit. Nachdem es mehrmals vorkam, daß die Ausschreibungen für Transportdienstleistungen an Busunternehmen gingen, die sich deshalb preiswert anbieten konnten, da sie Wege fanden, weit untertariflich bezahlen zu können gab es solche Geschichten, wie daß z.B. selbständige Busfahrer aus Osteuropa samt eigenem Bus als Subunternehmer beschäftigt wurden. Daß äußerte sich nicht nur in Protesten sondern auch in mangelhaftem Service. Mittlerweile wird von den Transportunternehmen Tariftreue erwartet wodurch es zur Bedingung wird, daß die Unternehmen nach dem für die Branche üblichen Tarif zahlt. Für die soziale Arbeit ist dies noch nicht der Fall, allerdings findet momentan ein enormer Druck für eine ähnliche Regelung statt. Aber es würde auch Sinn machen, eine Tariftreue für alle Unternehmen zu erwarten, die Aufgaben für den Staat erledigen.

Als es um ein Großprojekt zur modernisierung der IT-Infrastruktur der Bundeswehr ging waren sehr viele kleine Klitschen beteiligt. Angestellte unterschiedlicher Kleinstfirmen arbeiteten täglich zusammen. Diese kleinen Firmen hatten die Ausschreibung nicht gewonnen sondern wurden von den Gewinnern der Ausschreibung als Subunternehmer beschäftigt. Viele kleine IT-Firmen zahlen weit unter dem Tarif und beschäftigen zum Großteil Azubis und Praktikanten. Die Dienstleistungsqualität lässt dabei häufig zu wünschen übrig, jedoch haben diese Firmen die Möglichkeit, sich zum Dumpingpreis auf dem Markt anzubieten und tun dies auch.


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Re: Polizeigewerkschaft fordert Einsatz freier Software
olaf jürgen, Montag, 19. November 2007 17:25:27
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ok, aber muss es denn bei solch aussagen denn gleich wieder um weihnachtsgeld oder anderes gehen ? hätte sicherlich auch andere "versteckte vorwürfe" wie personalmangel seien können. und ein paar gründe gegen windows hätte ich da schon ;-)


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