Plattformunabhängig: Leibniz-Rechenzentrum eröffnet "Holo-Deck"

Plattformunabhängig: Leibniz-Rechenzentrum eröffnet "Holo-Deck"

Holo-Deck im LRZ

Markus Feilner
26.10.2012
Sowohl mit Linux als auch mit Windows könne der Cluster betrieben werden, der die virtuelle 3D-Realität im "Zentrum für Virtuelle Realität und Visualisierung (V2C)" im Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften gestern eröffnet hat. In einem eigenen Gebäudeteil in Garching steht jetzt ein ganzer Raum mit interaktiver 3-D-Visualisierung und immersiver Technologie mit Bewegungstracking zur Verfügung.

Auf dem "neuesten Stand der Technik" sei man mit der Installation, schreibt die Bayerischen Akademie der Wissenschaften (BADW) nicht ohne Stolz in einer Pressemitteilung. Finanziert vom Bund und dem Freistaat Bayern habe man im LRZ Garching (dem Zentrum für Supercomputing) das seit vielen Jahren betriebene Visualisierungslabor um eine weitere Attraktion erweitert:

"Die aus Experimenten, Theorien und Simulationen anfallenden Datenmengen sind heute oft so groß und komplex, dass sie für Menschen nicht mehr erfassbar sind. Nur die Visualisierung macht diese Datenmengen vorstellbar und anschaulich. So lassen sich beispielsweise dreidimensionale Modelle architektonischer Entwürfe oder der Bewegung des Erdinnern optisch erfassen, die nur im Computer existieren. Stereoskopische Darstellungen erzeugen beim Betrachter einen realistischen räumlichen Eindruck."

Ein Holodeck in Bayern: Am LRZ in Garching wurde gestern das Zentrum für Virtuelle Realität und Visualisierung eröffnet. (Quelle: BADW)

Viermal mehr als HD, 12 Nodes im SGI-Cluster

In einem fünfseitigen, immersiven Projektionsraum (drei Seitenwände mit jeweils 2,7 Metern Länge) projizieren je zwei HD-Projektoren Bilder auf die Wände, die ein SGI-Cluster mit zwölf Nodes errechnet. Zehn der Knoten dienen der Darstellung und nutzen dazu Nvidia-Quadro-6000-Grafikkarten.

Zusätzlich dazu könne der Besucher auf einer 6 mal 3 Meter großen Projektionswand dreidimensionale Szenen in vierfacher HD-Auflösung betrachten, bis zu 21 Personen gleichzeitig. Weil die Cluster unter Linux und Windows laufen können, steht dem "Holodeck" oder auch "3-D-Cave" genannten Konzept eine große Bandbreite an Software zur Verfügung, die betriebssystemübergreifend die optischen Trackingsysteme gleichermaßen nutzen. Die folgen der Bewegung des Betrachters und präsentieren ihm ein jederzeit angepasstes Bild und so eine überzeugende dreidimensionale Illusion, schreibt die BADW.

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