Ubuntu als Home-Shopping-Channel?

Pläne für Shop-Filter verärgern Ubuntu-Nutzer

Pläne für Shop-Filter verärgern Ubuntu-Nutzer

Kristian Kißling
24.09.2012 Die neuen Plänen von Canonical für das Dash von Ubuntu 12.10 stoßen bei einigen Fans auf wenig Gegenliebe. Nun versucht Ubuntus Sponsor Mark Shuttleworth die Wogen zu glätten.

Am Freitag landete wider mal ein neues Feature in der Beta-Version von Ubuntu 12.10, das allerdings zur Zeit für einigen Aufruhr sorgt: Wer in der Vorabversion über [Super] das Dash aufruft, um eine Suchanfrage zu stellen, stößt im Home-Filter auch auf lokalisierte Suchergebnisse von Amazon - deutsche Anwender sehen etwa Suchergebnisse von Amazon.de. Kauft ein Nutzer bei Amazon ein, erhält Canonical - über das Affiliate-Programm - jedes Mal ein paar Prozent der Verkaufssumme. Ähnlich funktioniert es bereits bei den Musik- und Softwareverkäufen, auch Organisationen wie Gnome nutzen diese Möglichkeit zur Spendengenerierung.

Da die Ubuntu-Entwickler das Feature bei der Installation gleich eingeschaltet haben, hagelte es nun Kritik von den Fans. Während sich einige Stimmen erhoben, die Canonical und Ubuntu generell Kommerzialisierung vorwarfen, zeigten sich andere Nutzer damit unzufrieden, dass der Shop zum Home-Filter gehöre, der sich eher auf lokale Suchvorgänge beschränken solle. Zudem wird kritisiert, dass es keine einfache Möglichkeit gibt, die Suche abzuschalten. Lediglich über "sudo apt-get remove unity-lens-shopping" lässt sich der Filter zu Zeit deinstallieren. Nicht zuletzt kritisieren Anwender, dass die Suchanfragen unverschlüsselt in das Internet wandern.

Mark Shuttleworth sah sich nun offenbar dazu gezwungen, in seinem Blog auf die Vorwürfe zu reagieren. Er wies darauf hin, dass man noch in einem experimentellen Stadium sei: "Wir können mit diesen Dingen nicht warten bis sie perfekt sind, bevor wir sie einsetzen, denn der einzige Weg, um zu erfahren, was nicht perfekt ist, besteht darin, dass andere, reale Benutzer sie verwenden." Amazon erfahre zudem nicht, wonach ein Nutzer in seinem Dash suche, denn die Anfragen würden über Canonicals Server geleitet und so quasi anonymisiert. Man müsse Canonical allerdings vertrauen, aber das tue man ja ohnehin bereits: "Wir haben Root-Rechte."

Diese Aussage bekamen einige Blog-Leser offenbar in den falschen Hals, dabei dachte Shuttleworth wohl weniger an einen Root-Zugang als vielmehr an die Software auf Canonicals Servern, die der Paketmanager mit administrativen Rechten installiert und der man ja auch vertrauen müsse. Man sei an Feedback interessiert, schließt Shuttleworth seinen Beitrag, müsse aber nun vor allem darüber diskutieren, wie man den Datenschutz, die Verschlüsselung sowie angemessene Einstellungen umsetzen könne.

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