Pinnwand: Die Woche für Ungeduldige

Pinnwand: Die Woche für Ungeduldige

Max Jonas Werner
24.09.2006

Die Linux- und Open-Source-Welt bewegt sich so schnell, dass lange nicht mehr jeder über alles informiert sein kann. Unsere Pinnwand fasst jeden Sonntag die wichtigsten Ereignisse der Woche zusammen. Kurz und knapp erfahrt ihr alles Wichtige in Kürze.

Montag: Paravirtualisierung made by VMWare. Der Virtualisierungsspezialist stellt in einer Technologievorschau seinen neuen Virtual Machine Monitor (VMM) vor, der - ähnlich wie Xen - eine Modifikation des Gast-Systems voraussetzt, dafür aber mehr Leistung bietet.

Der Gnome-Entwickler und Gnome-VFS-Maintainer Alexander Larsson startet eine Diskussion über die Ersetzung des Gnome-VFS-Layers. Dieser Layer ist zuständig für die Anbindung von Geräten wie USB-Sticks und Festplatten aber auch von Servern, etwa per FTP oder SSH. Larsson ist der Meinung, dass Gnome-VFS vielen Bedürfnissen moderner Desktops nicht mehr standhält.

Dienstag: Version 2.5 der Skript-Sprache Python ist fertig. Python 2.5 soll dank eines neuen Build-Tools weniger Bugs enthalten und Code deutlich schneller ausführen als ihre Vorgänger. Auch einige wenige neue Funktionen haben die Entwickler eingebaut.

Mandriva veröffentlicht Corporate Server 4.0. Die Firmenversion der Mandriva-Linux-Distribution soll durch besonders einfach Handhabung bestechen; eine Installation dauert laut Hersteller nur 10 Minuten. Der Corporate Server unterstützt wichtige Applikationen wie Oracle, WebSphere und Arkeia. Mit VMWare, Xen und OpenVZ erhalten gleich mehrere Virtualisierungstechnologien Einzug in die Distribution.

Mittwoch: Die ersten Angestellten der Stadt München steigen auf Linux um. Nach und nach soll jetzt in allen städtischen Stellen der Umstieg stattfinden. Die ersten Überlegungen zum Umstieg von Microsoft zu Linux gab es bereits 2002. Zwischenzeitlich hatte das Limux getaufte Projekt mit einigen Problemen zu kämpfen, weil das Gerücht aufkam, Software-Patente könnten die Migration scheitern lassen.

Freitag: GPL vor Gericht bestätigt. Wie GPL-Durchsetzer Harald Welte mitteilt, hat das Landgericht Frankfurt die Gültigkeit der Gnu General Public License bestätigt. Welte hatte gegen den Netzwerkkomponenten-Hersteller D-Link geklagt, der auf seiner Hardware Linux ausgeliefert, den Source Code und den Lizenztext der GPL aber nicht beigelegt hatte. Somit gibt es jetzt zum ersten Mal in Deutschland eine Bestätigung der GPL in einer Hauptsachenentscheidung. Den kompletten Urteilsspruch gibt es hier als PDF.

Samstag: Die Akademy startet. Das größte KDE-Entwickler-Treffen der Welt findet diesmal in Dublin statt; etwa 200 Teilnehmer haben sich angekündigt. Aaron Seigo hebt auf der Eröffnungsrede das starke Wachstum von KDE hervor. Die bisher erfolgreiche Selbstorganisation des Teams müsse weitergeführt werden, wofür sich etwa der KDE e.V. und eigens errichtete Arbeitsgruppen einsetzen. Technisch steht auf der Akademy die Entwicklung von KDE 4 im Vordergrund.

Für Anmerkungen und weitere News aus Kalenderwoche 38 nutzt die Kommentarfunktion oder schickt eine E-Mail an moderatoren@linux-community.de.

Bis nächste Woche,
Max

Kommentare

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