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Opensuse künftig ohne EULA

27.11.2008

Die freie Linux-Distribution Opensuse wird ab der kommenden Version ohne Endanwender-Lizenzvertrag auskommen. Die neue Vereinbarung hat das Projekt von seinem Wettbewerber Fedora übernommen.

Bei der Installation einer Software ist es der Regelfall: Irgendwann muss der Anwender dem so genannten End User License Agreement, abgekürzt EULA, zustimmen, meist per Mausklick, häufig aber auch mit Angabe der persönlichen Daten. Auch die Open-Source-Software Opensuse machte hier bislang keine Ausnahme. Dies soll ab der kommenden Version 11.1 nicht mehr gelten: "Die Tage, in denen man für Opensuse einer EULA zustimmen musste, sind vorbei!" schreibt der Community-Manager Joe "Zonker" Brockmeier im Opensuse-Spotlight.

Künftig werden die Anwender nur noch auf die Lizenz hingewiesen. Laut Brockmeier sollen die Nutzer vor allem die Rechte kennen, die mit den FOSS-Lizenzen verbunden sind. Das Gesamtpaket von Opensuse, bestehend aus dem Betriebssystem selbst und zahlreichen zusätzlichen Softwarepaketen wird unter der GNU General Public License Version 2 (GPLv2) lizensiert, für die Drittanwendungen selbst gelten die jeweils individuell geltenden Lizenzen. Neu hierbei auch: Die Haupt-DVD von Opensuse soll künftig nur die Software umfassen, die Anwender frei verteilen dürfen. Erreichen will Brockmeier damit vor allem eine größere Verbreitung von Opensuse. Er bezeichnet es als Dreh- und Angelpunkt der Arbeit am Opensuse-Build-Service und der Lizenz, dass es für die Anwender so einfach wie möglich werden soll, die Software zu verteilen und zu verändern.

Die Ähnlichkeiten der neuen Opensuse-Lizenz mit der von Fedora sind nicht zufällig, wie Brockmeier schreibt. Eigentlich stehen die beiden Projekte sonst eher im Wettbewerb miteinander, schon allein wegen ihrer Historie: Opensuse ist der freie Ableger des Linux-Distributors Novell und stellt die Code-Grundlage für den Suse Linux Enterprise Server (SLES), und das freie Projekt Fedora stammt vom Linux-Unternehmen Red Hat. Bei der neuen Lizenz-Regelung haben zumindest die Leiter der jeweiligen Community eng zusammengearbeitet. Der Chef der Opensuse-Community Brockmeier bedankt sich ausdrücklich bei dem Leiter der Fedora-Gemeinschaft, Paul Frields für die Unterstützung.

Zonker nennt mehrere Gründe für die Wahl: Zum einen hätten sie das Rad nicht neu erfinden wollen, außerdem hätte Fedora die Lizenz auch angeboten. Brockmeier schreibt: "Fedoras Lizenz hat für sie funktioniert, also gibt es keinen Grund, warum sie nicht auch für uns funktionieren soll. Wiederverwertung ist schließlich eine der Stärken unserer Community." Er empfiehlt eine ähnliche Vorgehensweise auch anderen Projekten. Vielleicht bezieht er sich damit auf eine Diskussion, die unter Ubuntu-Anwendern vor kurzem für Zündstoff gesorgt hatte: Für eine kurze Zeit war geplant, dass Ubuntu-Anwender während der Installation einer Mozilla-EULA zustimmen sollten. Nach heftigen Protesten zog Mozilla die Pläne wieder zurück.

Für Opensuse ist das Thema nun erledigt, und laut Brockmeier sollen auch die Markenrechte neu geregelt werden: "Wir arbeiten auch an Richtlinien für die Marke, die klarstellen, wie und wann die Opensuse-Marken genutzt werden können, und wir werden diese in Kürze veröffentlichen." Der Community-Chef freut sich, dass die neue Lizenz bereits für Opensuse 11.1 gelten wird und schließt seinen Eintrag: "Die EULA ist tot, lang lebe der neue und verbesserte Lizenzhinweis!"

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