Openoffice.org ruft Stiftung ins Leben

Openoffice.org ruft Stiftung ins Leben

LibreOffice

Ulrich Bantle
28.09.2010 Eine Gruppe von rund 20 Mitgliedern von Openoffice.org gründet mit der "The Document Foundation" eine eigenständige Stiftung. Die Bürosuit Openoffice.org heißt dort aus rechtlichen Gründen vorerst Libre Office.

Die Idee, Open Office in Hände einer Stiftung zu legen, ist nicht neu, und steht als Vorschlag schon fast neun Jahre auf der Website zu lesen. Eine gewisse Rolle für die nun in Angriff genommene Umsetzung kommt wohl dem US-Konzern Oracle zu, der seit der Übernahme von Sun Microsystems federführend für Open Office verantwortlich ist. Schon seit einigen Monaten mehren sich Stimmen, die konkrete Aussagen seitens Oracle vermissen, wie es um die Zukunft bestellt sei. Nicht einmal ein Release-Datum für kommende Versionen sei von dem in der Entwicklung federführenden Oracle festgelegt, bemängeln Projektmitglieder.

Oracle hält die Namensrechte an Openoffice.org und vertreibt mit Oracle Open Office ein eigenes Produkt. Die Stiftung wünscht sich, dass Oracle sich beteiligt, eine Einladung dazu sei bereits ausgesprochen und schriftlich an Oracle gegangen. Die Foundation hofft, von Oracle die Namensrechte zu bekommen. LibreOffice diene bis zu dieser Entscheidung als Platzhalter, heißt es in der Mitteilung der Stiftung.

Oracles Beteiligung oder auch das Placet zur Stiftung wäre also zum einen hilfreich, weil der eingeführte Name Open Office bestehen bleiben könnte, zum anderen aber auch weil Oracle einen festangestellten Entwicklerstamm an Open Office arbeiten lässt. An Entwicklern soll es aber auch der Stiftung nicht fehlen, es gäbe von Distributionen bereits Zusagen, dass sich zwischen 12 und 15 Leute um die LibreOffice kümmern, heißt es von der Stiftung.

Die Stiftungsgründer aus dem Openoffice.org-Kreis, unter anderem Projektleiter und Mitglieder des Community Councils, haben sich eigenen Angaben zufolge der Mitwirkung von Red Hat und Novell versichert, Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth hat bereits eine Zusage zu LibreOffice für die Ubuntu-Distribution gegeben. Richard Stallman, Präsident der Free Software Foundation begrüßt den Schritt ebenso wie Simon Phipps von der Open Source Initiative und Stormy Peters von der Gnome Foundation. IBM, und die Free Software Foundation werden von den Initiatoren ebenfalls im Kreis der Unterstützer erwartet. Auch Google hat sich in Person von Open Source Programs Manager Chris DiBona bereits hinter die Document Foundation gestellt und sich als Unterstützer und Projekteilnehmer bezeichnet. Eine Liste der Gründungsmitglieder ist bei der Foundation online. Die Leitung soll anfangs durch ein Steuerungskomitee erfolgen, das sich aus Entwicklern und nationalen Projektleitern zusammensetzt, verlautbart die Document Foundation.

Florian Effenberger, Marketing Project Lead von Openoffice.org, Mitglied im Vorstand des Openoffice.org Deutschland e.V. und als Gründungsmitglied im Steering Committee der Document Foundation sagt: "Mit über 20 Prozent Marktanteil, einer weltweit aktiven Community und zahlreichen Firmen, Behörden und Regierungen, die weltweit auf die freie Office-Suite setzen, können wir stolz sein auf das Erreichte. Die Gründung der Document Foundation ist der nächste logische Schritt, der die Werte und Ideale unserer Gemeinschaft widerspiegelt und für die Zukunft sichert."

Im Zuge der Stiftungsgründung gibt es auch gleich Binaries von LibreOffice. Außerdem stehe die Infrastruktur für Entwickler bereit. Die Mitglieder im Steering-Kommitte sind hier zu finden.

Ähnliche Artikel

Kommentare
Namensgebung Open Office
mirko (unangemeldet), Mittwoch, 29. September 2010 10:30:53
Ein/Ausklappen

Es wäre schön, wenn Oracle die Größe hätte,
den Namen Open Office an das LibreOffice -Team zu übergeben,
aber mir scheint dort ist nur das Ego groß.


Bewertung: 322 Punkte bei 65 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht
Ende von GoOo.org?
Christian Berg, Mittwoch, 29. September 2010 08:51:58
Ein/Ausklappen

Es scheint mir fast so also würde sich die Entwickler-Gemeinde schon präventiv abspalten. Nach den letzten Meldungen im Oracle Umfeld, ist das kein Wunder.

Ich hoffe nur das damit Go OpenOffice obsolet wird. Auch wenn ich es seit Jahren verwende und sehr zufrieden damit war. (http://go-oo.org/)
Es würde einfach mehr Sinn machen wenn alle Entwicklungen an einer einzigen Stelle zusammen fließen. Das war bis jetzt leider nicht möglich, da viele Entwickler ihre Urheber Rechte nicht Sun schenken wollten/konnten/durften.


Bewertung: 308 Punkte bei 68 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht
-
Re: Ende von GoOo.org?
re (unangemeldet), Montag, 15. November 2010 02:06:54
Ein/Ausklappen

eine auswahl zu haben aus mehreren varianten erscheint mir dagegen besser.



Bewertung: 293 Punkte bei 55 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht

Aktuelle Fragen

Drucker Epson XP-332 unter ubuntu 14.04 einrichten
Andrea Wagenblast, 30.11.2016 22:07, 2 Antworten
Hallo, habe vergeblich versucht mein Multifunktionsgerät Epson XP-332 als neuen Drucker unter...
Apricity Gnome unter Win 10 via VirtualBox
André Driesel, 30.11.2016 06:28, 2 Antworten
Halo Leute, ich versuche hier schon seit mehreren Tagen Apricity OS Gnome via VirtualBox zum l...
EYE of Gnome
FRank Schubert, 15.11.2016 20:06, 2 Antworten
Hallo, EOG öffnet Fotos nur in der Größenordnung 4000 × 3000 Pixel. Größere Fotos werden nic...
Kamera mit Notebook koppeln
Karl Spiegel, 12.11.2016 15:02, 2 Antworten
Hi, Fotografen ich werde eine SONY alpha 77ii bekommen, und möchte die LifeView-Möglichkeit nu...
Linux auf externe SSD installieren
Roland Seidl, 28.10.2016 20:44, 1 Antworten
Bin mit einem Mac unterwegs. Mac Mini 2012 i7. Würde gerne Linux parallel betreiben. Aber auf e...