OpenOffice-Konferenz in Budapest eröffnet

OpenOffice-Konferenz in Budapest eröffnet

OpenOffice im Parlament

Marcel Hilzinger
01.09.2010 Seit gestern tagen in der ungarischen Hauptstadt OpenOffice-Entwickler aus aller Welt. Zum Auftakt haben sich die Organisatoren einen ganz besonderen Austragungsort ausgesucht.

Für die Plenumssitzungen mussten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ziemlich früh aufstehen, galt es doch schon um 8 Uhr zum Sicherheitscheck für den Einlass ins Parlament anwesend zu sein. Um 9 Uhr eröffnete dann der Staatssekretär des Ministeriums für nationale Entwicklung, Dr. Zsolt Nyitrai, die Konferenz mit einer politisch recht vollgeladenen Rede zum Thema freie Software in der Ungarischen Regierung. Er versicherte den Anwesenden, dass die aktuelle Regierung voll hinter dem Konzept der freien Software stehe, dieses auch verstehe und vermehrt freie Software einsetzen und fördern möchte. Er forderte die anwesenden (ungarischen) Zuhörerinnen und Zuhörer auf, das Gespräch mit der neuen Regierung zu suchen, um Ungarn in diesem Bereich voranzutreiben.

Die Keynote und die ersten Vorträge fanden im Parlamentsgebäude in Budapest statt.

Die folgende Keynote von Professor István Rév bot eine ideale Ergänzung und den nötigen Kontrast zur Eröffnungsrede von Zsolt Nyitrai. Rév, der an der Central European University unterrichtet, die auch den Austragungsort der weiteren Vorträge und Sitzungen stellt, stellte OpenOffice ins globale System der Open-Access-Institutionen und erklärte anhand diverser theoretischer Schriften und praktischer Erfahrungen, inwieweit freie Software und freier Zugang zu Dokumenten und Inhalten allgemeiner Art die Demokratisierung einer Gemeinschaft positiv beeinflussen kann. Er sparte dabei auch nicht mit Kritik an der aktuellen ungarischen Regierung und ihren Vorgängern.

Zurück zum eigentlichen Topic -- OpenOffice -- brachte das Publikum dann Michael Bemmer, der bei Oracle für die OpenOffice-Business Unit verantwortlich ist. Nach einem kurzen Rückblick auf seine sehr positiven Erfahrungen mit der ungarischen Gastfreundschaft vor rund 25 Jahren kam er auf die aktuelle OpenOffice-Entwicklung zu sprechen und betonte dabei, dass Oracle voll hinter der freien Office-Suite stehe und diese auch als eine zentrale Komponente im Application-Portfolio von Oracle betrachte.

Florian Schießl vom Limux-Projekt vor der Kulisse des großen Ratsaals.

Nach einer kurzen Kaffeepause stellte dann Florian Schießel vom Limux-Projekt den Anwesenden die Erfolge bei der OpenOffice-Migration der Stadt München vor. Den Vormittag im Parlament beschloss eine Präsentation von Miklós Banai zum Thema OpenOffice aus europäischer Perspektive, der die Entwicklung der freien Office-Suite innerhalb Europas darstellte und für einen vermehrten Einsatz von freien und standardisierten Dokumentenformaten innerhalb der EU appellierte.

Die Skyline des Parlamentsgebäudes findet sich auch im Konferenzlogo

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