Open-Source-Router von Netgear mit proprietären Kernelmodulen

Open-Source-Router von Netgear mit proprietären Kernelmodulen

Versteckter Code

Der für seine Initiative gpl-violations.org bekannte Harald Welte meldet sich zum Netgear WNR3500L zu Wort. Das als Open-Source-Router beworbene Produkt enthält proprietäre Kernelmodule.

Anfang Woche kündigte Netgear seinen neuen “Open-Source-Router” an. Gleichzeitig wies die Firma auch auf die neue Seite “My Open Community” hin. Doch beim zweiten Blick ist die Netgear-Hardware gar nicht so offen, wie Harald Welte in seinem Blog schreibt. Demnach hat der WNR3500L das Problem, dass seine Kernel-Module binary-only seien und damit Closed Source. Neben diesem ärgerlichen Umstand bedeuten die binären Module auch ein Sicherheitsrisiko, merkt Welte an, weil sich diese nicht mit Security-Fixes updaten lassen.

In legaler Hinsicht sieht Welte Netgear einen fragwürdigen Weg gehen, indem das Unternehmen wohl darauf baue, dass keiner der Autoren, die für die im Router verwendeten Module verantwortlich zeichnen, wegen Copyright-Verletzungen gegen Netgear vorgehen.

Netgear habe wohl den Open-Source-Markt nicht verstanden, den sie mit dem Router bedienen wollen, vermutet Welte. Sollte jemand Kontakt zu den betreffenden Produktmanagern haben, biete er sich gerne für eine Einführung in die Regeln und Umgangsformen im Zusammenhang mit Open Source an. Welte weist in diesem Zusammenhang auf den fatalen PR-Effekt hin, den die Einführung eines in rechtlicher Hinsicht fragwürdigen Closed-Source-Produkts unter der Flagge von Open Source haben könne.

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