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Open-Source-EM: Deutschland und Spanien im Finale?

Markus Feilner
26.06.2008

Pünktlich zum Finale der EM 2008 steht auch die Auflösung der Open Source Europameisterschaft an. Ein Blog hat seit Beginn des Turniers alle teilnehmenden Nationen auf Förderung und Gleichberechtigung von Open-Source-Software überprüft.

Wenn es um die Verbreitung und Förderung von Open Source in den europäischen Ländern geht, dann stehen Deutschland und Spanien im Finale, zumindest nach der Reihenfolge der Open source tour of Europe in Matthew Asletts Blog Ob deren Ergebnisse auch der Fußball-Realität entsprechen, wird sich am Donnerstag zeigen, wenn das zweite Halbfinale vorbei ist. Wie aber schneiden die anderen Nationen bei der "Open Source Tour of Europe" ab?

Im Gegensatz zu ihrem schnellen Ausscheiden in der Vorrunde präsentieren sich die Gastgeber vorbildlich: So sind Open Source und freie Standards sind in der Schweiz weitgehend gleichberechtigt, Firmen mit starkem OSS-Engagement treiben die Entwicklung voran und die öffentliche Hand wie der Kanton Solothurn (Debian) und die Schweizer Regierung (Novell/Suse) setzen bereits Linux ein. Auch Österreich kann mit Wien, Salzburg und anderen öffentlich geförderten Projekten punkten - im Gegensatz zum Auftritt bei der Fußball-EM.

Genau umgekehrt die auf dem Platz so spielstarken Portugiesen: Hier hat 2003 die konservative Mehrheit im Parlament einen Vorschlag der Linken für mehr Open Source abgelehnt, ebenso hatte die Initiative, alle Desktops des Parlamentes auf Open Source umzustellen, keinen Erfolg.

Mehr Engagement zeigen da die Niederlande, wo schon 2003 das Parlament freie Software und freie Standards vorschrieb. Allerdings brauchten die Oranjes bis 2007, um das in die Praxis umzusetzen, und mussten dafür sie viel Kritik aus dem eigenen Land einstecken. In den holländischen Medien erging es ja Bondscoach Marco van Basten mit seiner neuen taktischen Ausrichtung ähnlich. Trotzdem: Die Chancen sind da, und kein Land kann eine so hohe Trefferquote vorweisen: 61 Prozent der niederländischen Gemeinden setzen freie Software ein oder planen bereits die Migration.

Und was macht der Weltmeister? Wer vor der EM einen genaueren Blick auf Italiens Linux-Strategie warf, hätte das frühe Aus schon ahnen können: Allein starke Open-Source-Commitments in den Regionalregierungen reichen eben nicht für einen Podiumsplatz, da fehlt noch landesweites Engagement.

Ähnlich trist ist das Bild beim (noch) amtierenden Europameister Griechenland: Einzelne Städte wie die Hauptstadt Athen oder Heraklion auf Kreta fallen positiv auf, aber leider scheint das Land nicht nur fußballerisch weit von einem weiteren Erfolg entfernt: Die jüngste Public-Private Partnership der griechischen Regierung mit Microsoft bindet das Land vertraglich erstmal bis 2013.

Am Sonntag steigt das Finale, und spätestens dann wird auch der Sieger der European-Open-Source-Tour feststehen. Aslett hat bereits angekündigt, danach auch weitere Länder, die es wie England nicht zu dem Turnier schafften, unter die Lupe zu nehmen. Wir bleiben dran.

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