Offener Brief von Tanenbaum an Intel

Offener Brief von Tanenbaum an Intel

Nachricht wäre schön gewesen

Andreas Bohle
08.11.2017 Obwohl Andrew S. Tanenbaum grundsätzlich kein Problem damit hat, dass Intel Minix 3 innerhalb der Intel Management Engine verwendet, wäre er doch froh gewesen, wenn das Unternehmen ihn darüber informiert hätte.

Es habe schon mehrfach den Verdacht gehabt, dass Intel etwas mit seinem Code plane, da er von Mitarbeiten eines geheimen Projekts kontaktier und zum Betriebssystem befragt wurde. Später hätten ihn Intel-Entwickler gebeten, konditionale Strukturen zu implementieren, die es ermöglichen, den ohnehin schon modularen Code nachmals aufzuteilen. Damit ließ sich dann unter anderem die Unterstützung für Fließkommazahlen deaktivieren. Insgesamt sei die Software dann so schlank geworden, dass sie in die entsprechenden Bausteine gepasst habe.

In einem offenen Brief, denn er direkt an Brian Krzanich, den CEO von Intel adressiert, schreibt der US-amerikanische Informatiker Tanenbaum nun, er habe erst aus der Presse von der Tatsache erfahren, dass sein Betriebssystem, dass eigentlich zu Forschungs- und Lehrzwecken dient, wohl mittlerweile das am weistesten verbreitet der Welt sei. Dabei nimmt er unter anderem Bezug auf Linux und Windows, wobei den mittlerweile emeretierten Wissenschaftler mit ersterem eine lange zurück liegende Geschichte verbindet.

Grundsätzlich habe er auch kein Problem mit dem Einsatz seines Systems in der Intel Management Engine (IME). Allerdings vertritt er die Ansicht, dass komplexe Software an dieser Stelle ein Sicherheitsrisiko sei. Darüber hinaus habe Intel sowohl die Ressourcen wie das Wissen, um im Zweifel selbst ein entsprechendes System zu schreiben. Tatsächlich ist IME in letzter Zeit verstärkt in den Fokus als potentielles Einfallstor für Angriffe gerückt.

Als einen weiteren Grund für die Wahl von Intel vermutet Tanenbaum die Lizenz (BSD) seines Kernels: Ihm haben wohl Entwickler gesagt, dass sie die GPL deshalb ablehnten, weil sie Unternehmen dazu zwänge, die Ergebnisse von Stunden an Arbeit gratis an die Konkurrenz weiterzugeben.

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