OLPC 1.5 mit Gnome und Sugar

OLPC 1.5 mit Gnome und Sugar

XO macht Fortschritte

Anika Kehrer
15.06.2010 Anwender des XO genannten Lerncomputers unter den Fittichen des Projekts One Laptop Per Child haben in Version 1.5 die Möglichkeit, zwischen der Sugar-Oberfläche und Gnome zu wechseln.

Zusammen mit der XO-Edition 1.5, die den ursprünglichen XO-Rechner 1.0 ungefähr seit März 2010 ablöst, aktualisierte das Projekt One Laptop Per Child (OLPC) auch die darauf befindliche Software. Statt Fedora 9 kommt Fedora 11 zum Einsatz, statt Sugar 0.82 ist Sugar 0.84 die grafische Benutzeroberfläche. Als sichtbarste Neuerung gab die gemeinnützige Organisation Sugarlabs nun ein Switchboard bekannt, mit dem der Anwender zwischen Sugar und Gnome wechselt.

Diese neue Oberfläche - hier in spanisch - ermöglicht nach dem Software-Update des XO-Laptops pr Klick den Wechsel zwischen Sugar und Gnome. (Bild: Sugarlabs)

Sugarlabs, das aus dem OLPC-Projekt heraus gegründete Projekt rund um die Desktopumgebung Sugar, hat außerdem die Version "XO-HS" für September angekündigt: die XO High School Edition, die Gnome als Standard-Desktop zeigen wird. Das Gnome-Interface kommt zum Einsatz, weil es sich für Ältere besser eignet als die Sugar-Oberfläche, die zielgruppengemäß recht kindlich anmutet. XO-HS bringt außerdem ein für die Jugendlichen angenehmeres Keyboard mit und ist in andere Farben gekleidet (hell- und dunkelblau). Die Highschool-Version soll erstmals auf den 90.000 OLPC-Rechnern zum Einsatz kommen, die das Bildungsprojekt Plan Ceibal bestellt hat, eine Kooperation aus dem OLPC-Projekt und uruguayanischen Regierungseinrichtungen.

So sah der Prototyp des Motherboards im XO 1.5 aus. (Bild: OLPC-Projekt)

Auch Nutzer der 1.0-Version des OLPC-Laptops sollen in den Genuss der neuen Software kommen, da sie eigens von dem OLPC-Partnerprojekt Paraguay Educa zurück portiert wurde. Der neue XO 1.5 zeichnet sich hardware-seitig durch das gleiche Design aus, bringt aber mehr Leistung, RAM und Speicherplatz mit. Das paraguayanische Software-Projekt ist ebenfalls bereits zu Gange, ab Herbst die Sugar-Version 0.88 zu verwenden, vor allem aber auch die Fedora-Version sowie die Gnome-Version zu aktualisieren. Fedora 11 wird ab Mitte Juni nicht mehr gepflegt, und Gnome soll im Herbst die 3.0 erreichen.

Interessenten ohne XO-Rechner nutzen die Stick-Version von Sugar -- Gnome ist hier allerdings nicht implementiert.

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